This sucks balls
«Fuck! This sucks. This sucks balls. This is shit. This is fucking shit!», ruft der Bariton beziehungsweise die Figur B zu Beginn – was man halt so lernt im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Denn für dieses hat Miroslav Srnka gemeinsam mit dem Librettisten Tom Holloway eine Oper entwickelt, die bereits sein bereits drittes abendfüllendes Auftragswerk unter der Intendanz des scheidenden Nikolaus Bachler ist.
«Singularity» heißt sie und will – unter Anspielung auf das gleichnamige Konzept des Futurologen Ray Kurzweil – über die Folgen der Technisierung für unsere Spezies nachdenken: Menschen schicken einander Nachrichten über ihre Implantate, für die sie regelmäßige Updates benötigen, und sprechen nur noch in Phrasen, Fragmenten und Kommunikationsabbrüchen. Weshalb sie bindungsunfähig geworden sind und sich im Zweifelfall lieber wie B auf sein Computerspiel oder wie T – man ahnt es, der «Tenor» – auf seine «Trostdrohne» verlassen, statt zu «sexten». Mit anderen Worten: Holloway hat die Lektüre einiger Feuilletonartikel zum Thema «Folgen der Digitalisierung» mit tradiertem Künstlertechnikpessimismus zu einem Nichts an Handlung verrührt, das selbst bei der Vorablektüre kaum ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Michael Stallknecht
JUBILARE
Hannelore Bode studierte bei Ria Schmitz-Gohr in ihrer Heimatstadt Berlin und setzte die Ausbildung am Salzburger Mozarteum sowie bei Fred Husler in Hamburg und Lugano fort. 1964 debütierte sie am Stadttheater Bonn als Antonia in «Les Contes d’Hoffmann». Zu den weiteren Stationen gehörten Basel, Düsseldorf, Bremen und Hannover. 1970 trat die Sopranistin...
Nachgerade undenkbar wäre die französische Barockszene ohne die vielen freien Ensembles, die sich oft um einen Dirigenten scharen, der als starke Gründerfigur fungiert. Als jüngster Zuwachs in der Reihe darf der 1996 geborene Valentin Tournet gelten, der 2017 mit «La Chapelle Harmonique» sein eigenes Orchester und seinen eigenen Chor gegründet hat. Im Alter von...
Fangen wir ganz weit vorne an. Bei Orpheus, dem Ur-Sänger. Orpheus erhob seine Stimme, um die Götter zu besänftigen, er wollte seine geliebte Eurydike zurück, die im Totenreich weinte. Was er mit seiner Stimme und der Lyra vermochte, vergeigte der Sehnende allerdings durch seinen Argwohn. Weil er der Kraft der vokalen Überwältigung misstraute, schaute Orpheus sich...
