This sucks balls
«Fuck! This sucks. This sucks balls. This is shit. This is fucking shit!», ruft der Bariton beziehungsweise die Figur B zu Beginn – was man halt so lernt im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Denn für dieses hat Miroslav Srnka gemeinsam mit dem Librettisten Tom Holloway eine Oper entwickelt, die bereits sein bereits drittes abendfüllendes Auftragswerk unter der Intendanz des scheidenden Nikolaus Bachler ist.
«Singularity» heißt sie und will – unter Anspielung auf das gleichnamige Konzept des Futurologen Ray Kurzweil – über die Folgen der Technisierung für unsere Spezies nachdenken: Menschen schicken einander Nachrichten über ihre Implantate, für die sie regelmäßige Updates benötigen, und sprechen nur noch in Phrasen, Fragmenten und Kommunikationsabbrüchen. Weshalb sie bindungsunfähig geworden sind und sich im Zweifelfall lieber wie B auf sein Computerspiel oder wie T – man ahnt es, der «Tenor» – auf seine «Trostdrohne» verlassen, statt zu «sexten». Mit anderen Worten: Holloway hat die Lektüre einiger Feuilletonartikel zum Thema «Folgen der Digitalisierung» mit tradiertem Künstlertechnikpessimismus zu einem Nichts an Handlung verrührt, das selbst bei der Vorablektüre kaum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2021
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Michael Stallknecht
«Mazeppa» – ein Werk über die Ukraine und Russland? Im Bolschoi Theater? In der heutigen Zeit? Wo wir uns täglich schämen wegen der Annexion der Krim, des Kriegs in der Ostukraine und vielem anderen mehr? Eigentlich geht das Bolschoi Theater Bühnenwerken dezidiert politischer Natur aus dem Wege. Warum aber setzt es gerade diese Oper Tschaikowskys aufs Programm, die...
Es waren Bilder, die durch die Presse gingen, weit über Deutschland hinaus: Freiburger Hitlerjungen halten Mahnwache an den Särgen englischer Jugendlicher. Tags zuvor, am 17. April 1936, war eine Gruppe von 27 britischen Schülern mit ihrem Lehrer zu einer Wanderung in die Schwarzwald-Höhenwelt rund um den Freiburger Hausberg Schauinsland aufgebrochen. Fünf von...
Nichts gegen Tatjana Gürbaca, überhaupt nichts – aber vielleicht wäre «Lucia di Lammermoor», eine Sängeroper par excellence, doch genau das Richtige für eine konzertante oder bestenfalls eine halbszenische Aufführung. Die Bösen sind die Bösen, die Liebenden sind die Liebenden, das ist zu hören, dazu braucht es weder Blumenkranz noch Totschläger oder Morgenstern;...
