Tagebuch der Andersdenkenden
Das Diaghilev-Festival in Perm, 2003 gegründet und seit 2011 von Teodor Currentzis geleitet, wurde in diesem Jahr mit der «Matthäus-Passion» von Johann Sebastian Bach eröffnet. Im frisch renovierten Großen Saal der Philharmonie Perm zeigten das Orchester und der Chor musicAeterna, der Kinderchor «Vesna» und starke Solisten unter Currentzis, wie sich ein ganz eigener Zugang zu einem musikalischen Text finden lässt, der sich nicht leicht erschließt. Beeindruckend war in diesem Jahr auch die Mischung der Kunstformen.
Oper stand neben Performances und Schauspielaufführungen, Liederabende wechselten mit Instrumentalkonzerten und symphonischen Programmen ab. Es gab Bildungsangebote für Chorsänger, Regisseure und Theaterkünstler sowie einen pulsierenden Festivalklub. Damit wurde offensichtlich, dass dieses Festival stark zur Erhaltung der kreativen Energie in einer (politischen) Situation beiträgt, in der es schwerfällt, noch positive Emotionen zu entwickeln.
Die Bühnenpremieren präsentierten ein höchst abwechslungsreiches Repertoire. Den Auftakt bildete, vom Opernhaus Perm vorbereitet, Strawinskys «The Rake’s Progress». Auffallend war das hohe musikalische Niveau. Dirigent Fedor Lednev ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Alexej Parin
Schöner Satz: «Mit dem Abschied beginnt die Erinnerung.» Gesagt hat ihn Salvador Dalì, der verrückte spanische Surrealist, aber auch für Saskia Zimmermann besitzt er eine enorme Bedeutung. Gleich nach dem Tod ihres Mannes, des Komponisten Udo Zimmermann, nahm sie sich vor, mit einem Buch an sein Leben und Werk zu erinnern. Also stöberte sie in Archiven, sammelte...
Hoher Besuch sorgt stets für Aufregung. Wobei die Spekulationen darüber, was dem Gast gefallen könnte, zu einem steilen Crescendo anschwellen können. Aus der historischen Tatsache, dass sich Kaiserin Maria Theresia 1750 in Graz ankündigte, dann aber doch nur durchreiste, machte das Grazer «Styriarte»-Festival nun einen als «Rokoko-Soap» angekündigten Doppelabend,...
All die vielen kleinen Motive, die Leoš Janáček dem Duktus des Tschechischen abgelauscht und in rhythmische Floskeln, gackernde Holzbläsereinwürfe und prägnante Melodien übersetzt hat, rauschen sprechend an uns vorüber – mitunter in manischer Erregtheit, dann auch mal mit versteckter Hinterlist. Dirigent Alexander Joel hat mit dem Orchestre de l’Opéra de Lyon...
