Syrische Tragödie
Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Gerade ist der israelisch-palästinensische Konflikt wieder voll entflammt. Und von Frieden in Syrien kann nach wie vor keine Rede sein. Kaum eine Region ist seit jeher so permanent umkämpft worden. Eroberer, Invasoren, Herrscher, Systeme wechselten sich ab, stets regierten auswärtige Mächte mit und hinein, die sich in Stellvertreterkriege verwickelten. Derzeit mischen die Türkei, Iran, Russland, der Westen, sogar China mit.
Während der vergangenen 2500 Jahre waren es alternierend Perser, Ägypter und Römer, dann die Kreuzfahrer, Osmanen, später die Kolonialmächte England und Frankreich. Wer da mit wem und gegen wen kämpft, ist schwer durchschaubar. Einseitige Parteinahme verbietet sich. Gleichgültig aber kann einem das Geschehen in Syrien keineswegs sein, nicht nur des militärischen Flächenbrands wegen; auch die Situation der Flüchtlinge tangiert uns erheblich.
Will man Musiktheater nicht bloß aus dem Fundus oder als Literaturvertonung nach mehr oder minder gut abgehangenen Vorlagen präsentieren, bieten sich neue Stücke zu aktuellen Konflikten an. Zumal der brutale Kampf um Syrien. Angesichts der unübersichtlichen realen Verhältnisse kann der ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard R. Koch
Prekäre Arbeit als Sujet hat auf der Opernbühne Tradition: Während jedoch Don Giovannis Diener Leporello seine Klage über die ungeregelten Arbeitszeiten überaus beredt formuliert, schuften die geknechteten Nibelungen im «Rheingold» wortlos unter Tage. Der zeitgenössischen Spielart dieser zeitlosen Form von Ausbeutung widmet sich Peter Eötvös’ Kammeroper «Der...
JUBILARE
Ingeborg Springer wurde im schlesischen Waldenburg geboren und wuchs in Schwerin auf. Nach ihrem Studium an der Musikhochschule Berlin debütierte die Mezzosopranistin 1964 als Mercédès in Bizets «Carmen» an der Staatsoper Dresden, der sie bis 1968 angehörte. Anschließend war sie bis 1983 Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper. Im Haus Unter den Linden...
Er ist ein Bauchmensch und Hasardeur. Ein Maestro, der Live-Luft braucht, um seine Fähigkeiten zu entfalten. Aber auch ein machtbewusster Impresario, der aus seiner Sympathie für den starken Mann im post-sowjetischen Russland kein Hehl macht. Seit 1988 befehligt Valery Gergiev das Mariinsky Theater in Sankt Petersburg. 2015 wurde er Chefdirigent der Münchner...
