Syrische Tragödie

Van Schoor: Alp Arslan
Gießen | Stadttheater

Opernwelt - Logo

Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Gerade ist der israelisch-palästinensische Konflikt wieder voll entflammt. Und von Frieden in Syrien kann nach wie vor keine Rede sein. Kaum eine Region ist seit jeher so permanent umkämpft worden. Eroberer, Invasoren, Herrscher, Systeme wechselten sich ab, stets regierten auswärtige Mächte mit und hinein, die sich in Stellvertreterkriege verwickelten. Derzeit mischen die Türkei, Iran, Russland, der Westen, sogar China mit.

Während der vergangenen 2500 Jahre waren es alternierend Perser, Ägypter und Römer, dann die Kreuzfahrer, Osmanen, später die Kolonialmächte England und Frankreich. Wer da mit wem und gegen wen kämpft, ist schwer durchschaubar. Einseitige Parteinahme verbietet sich. Gleichgültig aber kann einem das Geschehen in Syrien keineswegs sein, nicht nur des militärischen Flächenbrands wegen; auch die Situation der Flüchtlinge tangiert uns erheblich.

Will man Musiktheater nicht bloß aus dem Fundus oder als Literaturvertonung nach mehr oder minder gut abgehangenen Vorlagen präsentieren, bieten sich neue Stücke zu aktuellen Konflikten an. Zumal der brutale Kampf um Syrien. Angesichts der unübersichtlichen realen Verhältnisse kann der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard R. Koch

Weitere Beiträge
Schutzraum für kreative Unruhe

Bald sind es vier Jahrzehnte. So lange wird Carola Fischer dann als Solistin auf der Bühne des Staatstheaters Cottbus gestanden haben. Aber was heißt hier: gestanden? Fast alle für ihren Mezzosopran geeigneten Rollen hat die gebürtige Berlinerin an dem Haus gesungen, von den leichten bis zu den schweren Fächern, von Mozarts quirligem Cherubino bis zu Wagners...

Unterkühlte Ekstase

Am Ende zieht Roger seine Lackschuhe aus und begrüßt an der Rampe emphatisch die aufgehende Sonne. Aber er bleibt nicht, wie im Libretto vorgesehen, mit seinem arabischen Ratgeber Edrisi allein. Zwar ist die den Verlockungen des göttlichen Hirten erliegende Menge abgezogen, doch seine Frau Roxana, der Erzbischof, die Diakonissin und ein kleiner Junge bleiben...

Kein Ausweg, nirgends

Eine solche Szene gab es noch nie in der Oper Halle: Mitten im Pressegespräch über die neue Spielzeit, zu der das Haus Mitte Mai eingeladen hatte, schnappt sich ein Mitglied des Aufsichtsrats der Theater, Oper und Orchester GmbH (TOOH) das Mikrofon und gibt ungefragt ein Statement in eigener Sache ab. Ein SPD-Stadtrat, der zuvor den Intendanten öffentlich als...