Suppe im Aquarium

«Der fliegende Holländer» dockt für Kinder an – auf der Probebühne neben dem Festspielhaus

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Die Stube ist grell erleuchtet, Senta lümmelt auf dem Boden und glotzt Seefahrer-Videos. Hinter ihr steht eine lebensgroße Pappfigur, ein junger Mann mit Engelsflügeln und Elvis-Tolle: Der fliegende Holländer als Star-Schnitt im Jugendzimmer. Mit guten Ideen wie dieser holt Regisseurin Julia Huebner einen 170 Jahre alten Opernstoff kindgerecht ins Heute. Zum achten Mal haben die Bayreuther Festspiele eine Wagner-Oper für junges Publikum aufbereitet, wieder ist eine Produktion entstanden, die vor allem musikalisch überzeugt (besuchte Vorstellung am 26. Juli 2016).

Esther Dandani entwarf dafür eine zweigeteilte Bühne mit weißer Stube und düsterem Hafen, Huebner füllt sie mit charmanten Details: Vom brummenden Rädchen singt Mary während einer Fahrradreparatur, der Steuermann verheddert sich im Tau, Senta entsorgt Suppe im Aquarium. Kurzweilig gerät diese Mischung, Kinderaugen haben viel zu entdecken.

Dazu musiziert bewährtes Personal auf hohem Niveau. Vor allem Kay Stiefermann wirft sich mit Ausdruck und hell gefärbtem Bariton in die Holländer-Rolle, Christiane Kohls metallischer Sopran lässt Sentas Arien dramatisch strahlen. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt zeigt ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Eva Kröner

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