Süßes Miteinander
Wieder einmal hat Cecilia Bartoli Archive nach längst vergessenen Kompositionen durchsucht oder durchsuchen lassen. Und wie stets ist dabei hörenswerte Musik zum Vorschein gekommen. Doch im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben, die entweder Musik eines einzelnen Komponisten (Gluck, Salieri, Steffani) in den Mittelpunkt rücken oder sich einem musikhistorischen Phänomen wie der «Opera proibita» in Rom oder dem Zeitalter der Kastraten widmen, geht es im neuen Album um eine künstlerische Partnerschaft. Cecilia Bartoli hat sich mit Sol Gabetta zusammengetan.
Die Mitwirkung der argentinischen Cellistin beschränkt sich aber nicht auf wenige Gastauftritte in einzelnen Arien, sondern prägt die Programmgestaltung durchgehend.
Die Schallplattenfirma inszeniert die beiden Musikerinnen als eine Art Schwesternpaar, das sich auf einer durch das umfangreiche Booklet laufenden Fotostrecke in teils neckischen, teils lasziven Posen präsentiert. Mit der Musik des Albums hat dieses allzu offenkundig von Marketingstrategien gelenkte Bildfeuerwerk freilich so wenig zu tun wie der Titel des Albums. «Dolce Duello» weist sogar in eine falsche Richtung, denn nicht um Konfrontation wie bei einem Duell ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Thomas Seedorf
Die Welt ist eine Scheibe. Eine Drehscheibe, um genau zu sein. Eine die Bühne füllende, mit diskreter Beharrlichkeit rotierende kreisrunde Schräge. Alles dreht sich, alles bewegt sich – meist in Zeitlupe –, manchmal knarzt es wie im wirklichen Leben, und man könnte sich vorstellen, dass Bühnenbildnerin Katrin Lea Tag bei Donizettis «Maria Stuarda» am Theater an der...
Die Tonart verheißt nichts Gutes: d-Moll, das klingt nach grimmig-versteinertem Komtur, nach Verderben, nach Tod. Aber genau darum geht es in diesem allegro assai moderato zu Beginn des zweiten Akts, das mit heftigen Oktavschlägen im Orchester einsetzt, zwischendurch beklemmend in die Stille hineinatmet und dann in den Celli jene schmerzensreiche...
Vor 25 Jahren machte ich mich an einen Roman. Zwischen meinen Proben für Monteverdis «Ulisse» in Amsterdam gab’s viel Zeit totzuschlagen. Wartephasen sinnvoll zu füllen, ist überlebenswichtig als Comprimario – und wozu kleine Brötchen backen?
Leider habe ich das Manuskript, zusammengehämmert auf einer elektrischen Reiseschreibmaschine, längst verschlampt. Mein...
