Stimmperlenspiele
Drei Tage Dienstreise auf Staatsopernkosten nach Italien. Ortstermin in einem Florentiner Laden: weiße Seide mit darauf applizierten Rosen und eingewebten Goldfäden. Was das kostet? 2200 Mark, so erinnert sich Ausstattungslegende Jürgen Rose gern. Er durfte einkaufen gehen, damals, für seinen legendären Münchner «Rosenkavalier». Vorbei die Zeiten? Mitnichten.
Kostümbildnerin Corina Gramosteanu hat offenbar mehrere Reisen über die Alpen unternommen, und das mit einem dicken Budget im Rücken: Vier Stunden lang kommt man im Markgräflichen Opernhaus zu Bayreuth aus dem Staunen nicht heraus. Kleidung in Samt und Seide, Chiffon und Leder. Rot, Gold, edles Schwarz, selbst das weiße Nachthemd des Titelhelden mit seinem perfekten Faltenwurf scheint aus dem Designerladen. Eine Überdosis Augenfutter, man wird nicht satt davon.
Doch so soll und muss es sein bei diesem Stück. «Pompeo Magno» von Francesco Cavalli ist zwar antiker Stoff, politisches wie menschliches Drama, doch vor allem eines: eine große verschwenderische Show. 1666 fürs venezianische Uraufführungspublikum und jetzt für die entzückten, hingerissen jubelnden Besucherinnen und Besucher von Bayreuth Baroque. In den 400 Jahren ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Markus Thiel
Édouard Lalos «Le Roi d’Ys» gehört gemeinsam mit Ernest Reyers «Sigurd» (1884), Emmanuel Chabriers «Gwendoline» (1886), Vincent d’Indys «Fervaal» (1897) und Ernest Chaussons «Le Roi Arthus» (1903) zu den wichtigsten, im Banne des Wagnérisme stehenden Opern des französischen Fin de Siècle. Der bretonische Sagenstoff und seine (in Lalos Bearbeitung zwischen...
JUBILARE
70 Jahre alt wird der österreichische Komponist Herbert Lauermann, der besonders als Schöpfer von Musiktheaterwerken in Erscheinung getreten ist, zuletzt mit «Coloman der Prozess» (UA 2004), «Die Befreiung» (UA 2001) und «Schwarz-Weiss» (UA 1998). In Wien geboren, lernte er bei Ernst Vogel und Erich Urbanner, nach dem Studium war er zunächst als...
Mariandl mag net. «Nein, nein, i trink kein Wein», ziert sich die Kammerzofe alias Octavian im dritten Akt von Strauss’ musika -lischer Komödie «Der Rosenkavalier» vor Baron Ochs auf Lerchenau, der sie betrunken (und damit willig) machen möchte. Die Dirigentin am Zürcher Opernhaus, das soeben von dieser Zeitschrift zum «Opernhaus des Jahres» gekürt wurde, darf sich...
