Sterne am Firmament
Der Meister war voll des (untergründig-ironisch getränkten) Lobes. «Was uns bei Bellini bezauberte», heißt es in einem Brief Richard Wagners an Cosima, nachdem er Wilhelmine Schröder-Devrient in «I Capuleti e i Montecchi» gehört hatte, «war die reine Melodie, der schlichte Adel und die Schönheit des Gesangs.
» Besonders ein Stück des Belcantokönigs, mit dem er sich in den 1830er-Jahren intensiv beschäftigte, fand Wagners Zuneigung: «Norma» sei von allen Schöpfungen Bellinis diejenige, «welche neben der reichsten Melodiefülle die innerste Glut mit tiefer Wahrheit vereint, und selbst die entschiedensten Gegner neu-italienischer Musik haben dieser Komposition die Gerechtigkeit widerfahren lassen, dass sie zum Herzen sprechend, ein inneres Streben zeige, und das der modernen Flachheit nicht huldigt.»
Die Musikgeschichte hat dieses Urteil bestätigt; «Norma» gilt heute nicht nur als populärstes, sondern auch als dramaturgisch plausibelstes Bühnenwerk Bellinis. Eine vorzügliche Interpretation liegt nun auf DVD vor, sie kommt aus dem Royal Opera House London. Verantwortlich für deren Gelingen ist in erster Linie der musikalische Leiter des Hauses: Antonio Pappano. Schon in der Ouvertüre ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Jürgen Otten
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Das hat damit zu tun, dass sich diese Musiker eigentlich nur zu Osterfestspielen in einen Orchestergraben setzen – lange in Salzburg, seit 2013 in Baden-Baden – und dass «Parsifal», einer...
Am Anfang ist das dunkle, kalte Nichts. Der leere Raum vor schwarzglänzenden Brandschutzmauern. Nach funkelnder Operette sieht es kaum aus. Und das wird sich zunächst auch nicht ändern. Denn von der Seite schiebt sich ein Thespiskarren mit der Aufschrift «Varieté Vanitas» herein, gezogen von einem puttogleichen Wesen (Rüdiger Frank). Cupido ist’s, aber er ist nicht...
