Sprache wird Musik

Mit Johannes Kalitzkes und Christoph Klimkes «Pym» nach Edgar Allan Poe behauptet sich das Theater Heidelberg erneut als Ensemblehaus der (zweiten) Moderne

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Edgar Allan Poes 1838 erschienener Roman «The Narrative of Arthur Gordon Pym» gehört zu den rätselhaftesten Texten der Weltliteratur. Was als Abenteuerbericht eines blinden Schiffspassagiers beginnt, endet im Mahlstrom, auf den die beiden letzten Überlebenden im Meer zutreiben.

Dazwischen erleben Pym und der Maat Peters alle Grauen und Katastrophen aus dem Repertoire einschlägiger Schauerromane – Sturm und Schiffbruch, Meuterei, die Begegnung mit einem Gespensterschiff voller Toter, Kannibalismus, mörderische Eingeborene, um schließlich in jenem gigantischen Spalt zu versinken, auf dessen Grund sich eine weiße Gestalt abzeichnet. Raum und Zeit lösen sich auf, alle Realität verschiebt sich ins Surreale, ja Symbolische. Das Fantastische überwältigt bei dieser traumatischen Reise ins Innere des eigenen Ichs die Wirklichkeit.

Christoph Klimke hat sich auf das schwierige Unternehmen eingelassen, Poes Alpträume zum Opernlibretto zu verdichten. Dabei theatralisiert er Poes Zeitreise mit ihrer subtilen Verzahnung von Realität und Fantasie allerdings arg vordergründig: Er verzichtet auf kaum eine Station des äußeren Geschehens – und muss es deshalb zwangsläufig derart komprimieren, dass der ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Uwe Schweikert

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