Sprache wird Musik
Edgar Allan Poes 1838 erschienener Roman «The Narrative of Arthur Gordon Pym» gehört zu den rätselhaftesten Texten der Weltliteratur. Was als Abenteuerbericht eines blinden Schiffspassagiers beginnt, endet im Mahlstrom, auf den die beiden letzten Überlebenden im Meer zutreiben.
Dazwischen erleben Pym und der Maat Peters alle Grauen und Katastrophen aus dem Repertoire einschlägiger Schauerromane – Sturm und Schiffbruch, Meuterei, die Begegnung mit einem Gespensterschiff voller Toter, Kannibalismus, mörderische Eingeborene, um schließlich in jenem gigantischen Spalt zu versinken, auf dessen Grund sich eine weiße Gestalt abzeichnet. Raum und Zeit lösen sich auf, alle Realität verschiebt sich ins Surreale, ja Symbolische. Das Fantastische überwältigt bei dieser traumatischen Reise ins Innere des eigenen Ichs die Wirklichkeit.
Christoph Klimke hat sich auf das schwierige Unternehmen eingelassen, Poes Alpträume zum Opernlibretto zu verdichten. Dabei theatralisiert er Poes Zeitreise mit ihrer subtilen Verzahnung von Realität und Fantasie allerdings arg vordergründig: Er verzichtet auf kaum eine Station des äußeren Geschehens – und muss es deshalb zwangsläufig derart komprimieren, dass der ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Uwe Schweikert
Ein grauer Morgen in Quedlinburg, es nieselt, die Temperaturen werden nicht über fünf Grad steigen, der Himmel liegt so tief, dass die Wolken am Turm der Stiftskirche hängen zu bleiben drohen. Mon Dieu, wie soll man so einen deprimierenden Sonntag nur durchstehen? Gehen wir doch einfach in die Oper! Um 15 Uhr wird Daniel François Esprit Aubers «Fra Diavolo»...
Einer Ihrer Kollegen sagte einmal, 79, 80, 81, das sei ihm eigentlich egal.
Mir nicht. Am liebsten wäre mir 39, meinetwegen 49.
Sie haben, so schilderten Sie es einmal, früher am Pult wilde Bewegungen vollführt. Wann legt man das ab?
Mein Wiener Lehrer Hans Swarowsky hat mich einmal bei der «Kleinen Nachtmusik» beobachtet und gefragt: «Was machen Sie eigentlich, wenn...
Was ist denn das für eine Attentäterin? Anstatt das zu tun, wozu sie gekommen ist, nämlich den Diktator umzulegen, lässt sie sich von ihm betören – und wirft sich schließlich sogar in die Schusslinie, als die Gattin des Despoten das vollenden will, was sie nicht konnte. Ernst Krenek hat den nur 30 Minuten langen Einakter «Der Diktator», dessen Handlung seltsam...
