Spiel mir das Lied vom Tod
Bis einschließlich Takt 268 ist die Sache in trockenen Tüchern. So weit, sprich, bis ins zweite Ensemble hinein, reicht die komplett bezeichnete Partitur des dritten Akts von Bergs «Lulu». Hinzu kommen jene umfassend instrumentierten Passagen, die wir aus den «Symphonischen Stücken» kennen. Dann aber beginnen die Sorgen.
Zwar erstellte der Komponist noch ein 1300 Takte langes Particell, garniert mit Hinweisen auf Instrumentation, Tempo, Dynamik und vokale Modifikationen, doch niemand vermag bis zum heutigen Tag zweifelsfrei zu sagen, wie dieser dritte Akt der Monstretragödie tatsächlich klingen würde, hätte Berg sein Werk noch selbst vollendet.
Verständlich, dass Friedrich Cerha einst Vorsicht walten ließ, nachdem er den dritten Akt akribisch arrangiert hatte. Anlässlich der Uraufführung dieser Fassung am 24. Februar 1979 im Palais Garnier zu Paris (in der legendären Produktion von Patrice Chéreau und Pierre Boulez) erklärte er, es handele sich dabei lediglich um die «Herstellung einer spielbaren Fassung». Begriffe wie «Vollendung», «Fertigstellung», «Ergänzung» oder «Komplettierung» umrissen nicht das, was zu leisten gewesen sei.
Wenn man so will, sieht sich Cerha nun bestätigt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über «Stütze» wird unter Sängern und Gesangspädagogen rege diskutiert, obwohl der Begriff alles andere als klar definiert ist, was sich schon darin zeigt, dass verschiedene Sprachen für denselben Vorgang unterschiedliche Begriffe verwenden (z.B. appoggio im Italienischen, soutien im Französischen und support im Englischen), Begriffe, die jeweils unterschiedliche...
Sein großes Verdienst ist, dass er Wagner nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in
St. Petersburg hoffähig gemacht hat. Mit «Lohengrin», «Holländer», dem ganzen «Ring» und mit «Parsifal»: Valery Gergiev, der Unermüdliche, hat nach russischem Repertoire (klar!) und Ausflügen ins italienische Fach (etwa mit der in Petersburg uraufgeführten Originalfassung von Verdis...
Der spanische Filmregisseur Carlos Saura drehte 1972 den Spielfilm «Ana y los
lobos» («Anna und die Wölfe»): Ein englisches Kindermädchen, gespielt von Charlie Chaplins Tochter Geraldine, kommt auf einen großbürgerlichen Familiensitz; dort gebietet eine Matriarchin über drei Söhne, schwach und ihren Obsessionen verfallen. Der eine hat ein abstruses Faible fürs...
