Sommernachtsträume

Raritäten in Wexford: Catalanis «Edmea», Goldmarks «Wintermärchen» und «Le songe d’une nuit d’été» von Ambroise Thomas

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Ihre erste Saison als Künstlerische Leiterin des Wexford Festivals verlief für Rosetta Cucchi alles andere als optimal: Wegen der Pandemie wurden sämtliche Produktionen gecancelt. Erst in diesem Jahr konnte die italienische Regisseurin die meisten der 2020 geplanten Stücke, die zum Großteil um das Thema «Shakespeare» kreisten, präsentieren. Zwei Wermutstropfen: Die Säle durften nur zu 60 Prozent ausgelastet sein, die Orchesterbesetzungen mussten an die veränderten Regeln angepasst werden.

Das erste Stück auf der großen Bühne, als einziges vollszenisch aufgeführt, fiel allerdings nicht unter das Festival-Motto. 1886 an der Mailänder Scala uraufgeführt, ist Alfredo Catalanis «Edmea», hinter «La Wally», die zweite seiner sechs Opern, die sich im Repertoire behaupten konnte. Anders als Catalanis bekanntestes Werk ist es allerdings von überschaubarer Qualität. Schon das Libretto von Antonio Ghislanzoni mutet etwas diffus an; erst im dritten und vierten Akt verdichtet es sich zu dramaturgischer Logik. Die Geschichte, in gebotener Kürze: Ihres niedrigen sozialen Status wegen lehnt der Graf von Leitmeritz die junge und edle Edmea als Braut für seinen Sohn Oberto ab, während Ulmo sie ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 78
von George Hall

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