So viel Spaß muss sein
Vor Filmaufnahmen von rauschenden Wellen steht ein Betonklotz mit Kanone, darauf ein achtköpfiges Instrumentalensemble mit Sonnenbrille und Pilzkopf. Schließlich hebt sich die Leinwand und enthüllt eine mit Schaumstoff isolierte Sprecherkabine inklusive Mikrofon, darüber blinken in leuchtenden Lettern die Worte «on air». Diese kuriose Bühnenbildanordnung beruht auf einer wahren Begebenheit. In den wilden 1960er-Jahren störte sich die BBC am Musikgeschmack der britischen Jugend und weigerte sich, Pop- oder Rockmusik aufs Programm zu setzen.
Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Sogenannte Radiopiraten errichteten private Sender mitten in der Nordsee und versorgten ihre Fangemeinde fernab der britischen Justiz mit den Sounds der neuen Zeit. Darunter waren auch die Eheleute Bates, die mit ihren Kindern die ehemalige Flakplattform Knock John besetzten und die Musikinsel kühn zum unabhängigen Staat erklärten – Sealand.
Aus dieser schrägen Story hat das Autoren-Duo Lars Werner und Fabian Gerhardt das Bühnenstück «Radioland» gebastelt. In dessen Zentrum steht ein klassischer Generationenkonflikt. Während die Eltern Bates die Mikronation, zu deren Fürsten sie sich selbst ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Anna Schors
Diese Oper war sein Schmerzenskind. Düster war dieses Kind, «weil es düster sein muss» (so der Schöpfer am 2. Februar 1881 an den Lebensfreund Opprandino Arrivabene), durchtränkt von einer zutiefst pessimistischen Menschensicht und versehen mit einem aus drei Tintenfässern stammenden Libretto, das Eduard Hanslick anlässlich der Wiener Erstaufführung ein Jahr nach...
Wenn er in der ersten Probe ans Pult tritt, ist das Gros der Arbeit schon getan. Viel, ja: zu viel gilt es schließlich zu berichtigen, korrigieren, auszumerzen. Ohnehin hat Hartmut Haenchen gern eigenes Material dabei, was Musikerinnen und Musikern regelmäßig die Augen übergehen lässt. Fast in jedem Takt, fast auf jeder Note findet sich da ein für sie neues...
«Lasciate ogni speranza» empfahl schon Dante, vom «River of no return» sang die Monroe. Und auch Günther Groissböck reitet über weite Strecken dieses Albums das fahle Ross des Todes. Das von Mahler vertonte Wunderhorn-Lied «Nicht wiedersehen!» dient ihm dabei als Motto; auf dem Cover blickt der Bass stirnrunzelnd am Betrachter vorbei, als wäre er selbst der Fleisch...
