So viel Spaß muss sein
Vor Filmaufnahmen von rauschenden Wellen steht ein Betonklotz mit Kanone, darauf ein achtköpfiges Instrumentalensemble mit Sonnenbrille und Pilzkopf. Schließlich hebt sich die Leinwand und enthüllt eine mit Schaumstoff isolierte Sprecherkabine inklusive Mikrofon, darüber blinken in leuchtenden Lettern die Worte «on air». Diese kuriose Bühnenbildanordnung beruht auf einer wahren Begebenheit. In den wilden 1960er-Jahren störte sich die BBC am Musikgeschmack der britischen Jugend und weigerte sich, Pop- oder Rockmusik aufs Programm zu setzen.
Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Sogenannte Radiopiraten errichteten private Sender mitten in der Nordsee und versorgten ihre Fangemeinde fernab der britischen Justiz mit den Sounds der neuen Zeit. Darunter waren auch die Eheleute Bates, die mit ihren Kindern die ehemalige Flakplattform Knock John besetzten und die Musikinsel kühn zum unabhängigen Staat erklärten – Sealand.
Aus dieser schrägen Story hat das Autoren-Duo Lars Werner und Fabian Gerhardt das Bühnenstück «Radioland» gebastelt. In dessen Zentrum steht ein klassischer Generationenkonflikt. Während die Eltern Bates die Mikronation, zu deren Fürsten sie sich selbst ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Anna Schors
Wenn es um weibliche Ausnahmezustände geht, ist Ausrine Stundyte derzeit erste Wahl: als Elektra, als halluzinierende Renata in Prokofjews «Feurigem Engel», neurotische Judith (in Romeo Castelluccis Deutung von «Herzog Blaubarts Burg« im vergangenen Salzburger Sommer) oder – zuletzt in Münchens erstem Opernhaus – als besessene Nonne in Pendereckis «Teufel von...
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Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Im Zug höre ich oft Musik, die bisher an mir vorübergezogen ist. Neulich: Rameaus «Castor und Pollux». Als Télaïres Lamento «Tristes apprêts» begann – da war es aus mit mir. Außerdem liege ich immer (sic!) wimmernd auf dem Boden (egal wo), sobald es im «Figaro» «Contessa, perdono …» heißt.
Wo würden Sie ein Opernhaus...
