O'zapft is!

Behle: Hopfen und Malz am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz

Opernwelt - Logo

Das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz hat sich mit Ausgrabungen einen Namen gemacht. Jetzt setzt Intendant Moritz Gogg noch eine Operetten-Uraufführung obendrauf. Daniel Behle und das erzgebirgische Theater treten feuchtfröhlich gegen das verbreitete Klischee an, die Operette sei tot, weil nichts Neues mehr komme. 

Behle ist ein erstklassiger Tenor und beweist mit seiner ersten Operette «Hopfen und Malz» auch als Komponist sein Talent. Dabei kommt zur (Über-)Fülle von Einfällen vor allem ein gutes Handwerk.

GMD Jens Georg Bachmann lässt sich mit seinem Orchester hörbar begeistert darauf ein. Behle kann zitieren, verfremden und erfinden.

Dabei verleugnet er seine Liebe zur Opulenz eines Richard Strauss nicht, liefert Walzertakt und Humtata-Rhythmen in flottem Wechsel. Bei Behles wild-verwegener Jagd nach dem nächsten Kalauer wird lieber eine (musikalische oder gesprochene) Pointe mehr als eine zu wenig «abgefeuert». Dabei ist das Libretto, das er zusammen mit dem Schweizer Literaten Alain Claude Sulzer erstellt hat, gar nicht so einfach gestrickt; in dem personenreichen Tableau kann man schon mal den Faden verlieren. 

Auf dem Mittelding zwischen Düne und Deich hat ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Joachim Lange

Weitere Beiträge
Das Leiden dieser Welt

Roms Glaube ohne Worte!» wollte Friedrich Nietzsche in Richard Wagners «Parsifal» gehört haben, nachdem er vom Verehrer zum Intimfeind des Bayreuther Meisters mutiert war und auf dessen kunstreligiöse Anwandlungen nebst Keuschheitsethik nur mehr mit Bissigkeit antworten konnte. Um die böse Sentenz des Philosophen bloß nicht zu bestätigen, tilgt Michael Thalheimer...

Seelensucher

Es gibt ein Foto, das zeigt ihn, wie er in einem Kornfeld steht, ein Mobiltelefon am linken Ohr, die rechte Hand leicht erhoben, so als müsse er dem imaginären Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung etwas erläutern oder als wolle er eine Mozart-Symphonie dirigieren. Der Blick ist konzentriert, hellwach, kritisch, vielleicht eine Spur angespannt. Und wüsste...

Die Bergluft hilft

Leo Blech wurde 1871 in Aachen geboren. Nicht von ungefähr haben sich also das Theater Aachen und das Aachener Sinfonieorchester unter Christopher Ward die Wiederentdeckung des berühmten Stadtsohns auf die Fahnen geschrieben. Bis 1937 war Blech Ehrenmitglied des altehrwürdigen Stadttheaters; Karriere machte er während dieser Zeit in Prag und Berlin freilich vor...