Simon Keenlyside
Schön, Dich in Topform zu sehen, Simon.
Was glaubst Du, wie dankbar ich bin. Ich glaube, ich brauchte einfach mal ein Sabbatical ... ein Jahr Auszeit. Meine Kinder sind noch jung; wenn ich nicht der typische Schattenpapa sein will, müssen wir zusammen ein paar Abenteuer erleben. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn es dazu nicht erst eines Stimmproblems bedurft hätte; auf die Monate in Angst hätte ich gern verzichtet. Aber die Sache ist ausgestanden. Ich habe vor drei Jahren in Tokio als Macbeth wieder angefangen.
Die Partie ist ein ziemlich gründlicher Test – und der ist zum Glück nicht nur gut gelaufen, sondern hat auch noch Spaß gemacht. Ich war so froh, wieder zu singen! Aber die unfreiwillige Vollbremsung hat meinen Blick geschärft für das, was ich vom Leben wirklich will. Es ist schwer, die richtige Balance zu finden. Für uns alle, denke ich, egal in welchem Beruf.
Wir standen schon zusammen auf der Bühne, da steckten wir als Künstler praktisch noch in den Windeln: «Turandot» in der Londoner Wembley-Arena, Ping und Pang! Eines Abends hattest Du einen schlimmen Unfall. Ich habe das Bild noch vor Augen: Du lagst im Korridor am Boden, zusammengekrümmt und weinend vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Gillett trifft..., Seite 100
von Christopher Gillett
Fühlen Sie schon Wehmut in sich aufsteigen?
Gar nicht. Und das aus gutem Grund: Ich habe einen unbefristeten Vertrag und besitze das große Privileg, den Zeitpunkt meines Ausscheidens selber wählen zu können. Das Einzige, was mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist der Zeitplan. Ich wollte gehen, nachdem wir in unser Stammhaus, das Grand Théâtre,...
Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds...
Manchmal fügen sich die Dinge am besten aus der Not heraus. Eigentlich sollte in der Salzburger Hofstallgasse wieder die «Aida» Einzug halten – in der feierlichen Schreit-, Sitz- und Steh-Anmutung, die Shirin Neshat Verdis Kassenhit vor einem Jahr verpasste, und mit jener marktbeherrschenden Diva, die 2017 im Großen Festspielhaus zum ersten Mal die äthiopische...
