Sieben Fragen an Alexandra Steiner
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Ich habe ganz schrecklich geweint in der «Jenůfa»-Inszenierung von Calixto Bieito in Stuttgart – nicht ahnend, dass ich kurz darauf in genau dieser Produktion als Jano debütieren sollte. Danach eher selten. Gut, Rodolfos «Aufschrei» ist schon herzzerreißend. Und manchmal bin ich auch nahe der Rührung, weil Musik ab und an schlicht so unfassbar gut musiziert wird, durchaus auch die von Wagner. Allerdings war ich auch schon den Tränen nahe, weil ich etwas musikalisch sehr schlimm fand [lacht].
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Jedes Dorf sollte eine Oper haben. Meine Erfahrung ist, dass fast alle Oper mögen – und dass Musik ein wichtiges Bindeglied zwischen Menschen sein kann.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Eine gewisse Distanz – und Humor, auch auf sich selbst bezogen. Wenn man tolle Kollegen hat, dann macht Proben aber auch einfach Spaß, immer wieder aufs Neue, ein bisschen, wie Spielen im Sandkasten, vorausgesetzt, es rammt einem niemand das Messer in den Rücken [lacht]. Im Idealfall ziehen alle am gleichen Strang.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Schwierige Frage! Ich denke, es hat viel mit persönlichem ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 79
von
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Radikal entzaubert kommt sie daher, die neue Frankfurter «Zauberflöte», in steril-nüchternem Weiß. Als zeitgenössische Antwort auf Alfred Kirchners märchenhafte Kultinszenierung, die seit ihrer Premiere im Jahr 1998 fast ein Vierteljahrhundert auf dem Spielplan stand, ist diese karge Ästhetik keineswegs überraschend. Reduktion heißt das Zauberwort in Ted Huffmans...
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