Sex and Crime, von Florenz bis San Francisco
Von fremden Ländern und Menschen», dem Eingangsstück in Robert Schumanns «Kinderszenen», fühlt man sich «wie aus der Ferne» angesprochen: nicht im Sinne spektakulärer Exotika, sondern als Ausdruck erwartungsvollen Staunens. Und selbst dem durchaus Reiselustigen kann es immer noch so ergehen, kommt er beispielsweise, in bereits vorgerücktem Alter, erstmals nach Irland. Viel hat er gehört und gelesen über die «Grüne Insel», doch nun gilt es, Klischees und Realität abzugleichen; und so stellt er fest, dass die Farbe tatsächlich den Wiesen entspricht und Regen wohl dazugehört.
«Rotblonde» gibt es zwar, keineswegs aber auffallend häufig. Den Linksverkehr findet man schnell normal. Ebenso schnell ist einem die Zweisprachigkeit vertraut: Englisch ist dominant, doch Gälisch findet sich auf allen (Straßen-)Schildern – analog zu Ladinisch oder Rätoromanisch in Italien und Schweiz oder Baskisch in Spanien. Gälisch wird immer weniger gesprochen, am ehesten noch im Westen. Doch die Symbolik bleibt hoch: Immer wieder stößt man auf Denkmäler und Inschriften, die an den Widerstand gegen die Engländer erinnern. So staunt man nur anfänglich, wenn bei Opernaufführungen das Publikum erst die irische ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Gerhard R. Koch
Seit Jahren steht in Stuttgart die Frage im Raum, wann und wie der historische Theaterbau von Max Littmann aus dem Jahr 1911, in der Oper und Ballett ihre Vorstellungen geben, saniert wird. Dass er dringend ertüchtigt werden muss, ist zwischen den Trägern der Württembergischen Staatstheater (Stadt und Land) unstrittig. Alles andere ist mehr oder weniger offen. Im...
Im frisch renovierten Nationalmuseum von Stockholm kann man der Konstruktion nationaler Identität nachgehen: Wie Wikingerfolklore Keramik für die Pariser Weltausstellung 1889 inspirierte, einfach weil sich das Ausland etwas mit Wiedererkennungswert wünschte. Oder wie Anders Zorn seinen «Mittsommertanz» von 1897, jenen Inbegriff schwedischer Volksnatur, aufwendig...
Erkenntnis fällt nicht vom Himmel. Und gilt selten für die Ewigkeit. Weil die Dinge im Fluss sind. Wer verstehen will, sollte Kopf und Sinne in Bewegung setzen, sich öffnen für das Unvertraute, Unvorhersehbare. Und vor allem: das Gespräch suchen, fragend, forschend, ohne Scheuklappen. Zuhören, genau, geduldig, wägend – das ist eine Kunst, die wir zu verlernen...
