Sex and Crime, von Florenz bis San Francisco
Von fremden Ländern und Menschen», dem Eingangsstück in Robert Schumanns «Kinderszenen», fühlt man sich «wie aus der Ferne» angesprochen: nicht im Sinne spektakulärer Exotika, sondern als Ausdruck erwartungsvollen Staunens. Und selbst dem durchaus Reiselustigen kann es immer noch so ergehen, kommt er beispielsweise, in bereits vorgerücktem Alter, erstmals nach Irland. Viel hat er gehört und gelesen über die «Grüne Insel», doch nun gilt es, Klischees und Realität abzugleichen; und so stellt er fest, dass die Farbe tatsächlich den Wiesen entspricht und Regen wohl dazugehört.
«Rotblonde» gibt es zwar, keineswegs aber auffallend häufig. Den Linksverkehr findet man schnell normal. Ebenso schnell ist einem die Zweisprachigkeit vertraut: Englisch ist dominant, doch Gälisch findet sich auf allen (Straßen-)Schildern – analog zu Ladinisch oder Rätoromanisch in Italien und Schweiz oder Baskisch in Spanien. Gälisch wird immer weniger gesprochen, am ehesten noch im Westen. Doch die Symbolik bleibt hoch: Immer wieder stößt man auf Denkmäler und Inschriften, die an den Widerstand gegen die Engländer erinnern. So staunt man nur anfänglich, wenn bei Opernaufführungen das Publikum erst die irische ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Gerhard R. Koch
Einszweidrei, im Sauseschritt ... Mehr als ein halbes Jahrhundert ist Theodor W. Adornos berühmtes Verdikt (aus der «Einleitung in die Musiksoziologie») jetzt alt, Oper hätte «nach Stil, Substanz und Haltung [...] nichts mehr mit denen zu tun, an die sie appelliert». Avancierte Komponisten in Europa hatten sich in diesem Sinne damals radikal von erzählenden Werken...
Mark Padmore
Seine Vielseitigkeit ist Legende. Wer den britischen Tenor in der vergangenen Saison als Artist in residence bei den Berliner Philharmonikern erlebte, konnte sich davon überzeugen. Padmore beeindruckte sowohl als Oratoriensänger bei Haydn und Schumann als auch mit Interpretationen zeitgenössischer Liedzyklen. Vom Lied kommt er, zum Lied zieht es ihn...
Herr Dove, was ist so komisch an Karl Marx?
Der Kontrast zwischen seinem monumentalen Werk und einem chaotischen Privatleben. Marx’ ökonomische Theorien haben die Welt verändert, doch er selbst war unfähig hauszuhalten. Er schrieb über Geld, hatte selber aber selten welches. Und während er sich in der Theorie für die Rechte der Arbeiter einsetzte, wünschte er sich...
