Die Worte des Bösen
«Ich bin Samiel, ihr habet Teil an mir. Ich bin durch euch und komm’ durch euch zur Tat. Ihr könnt mich sehen. Doch ihr wollt blind nur sein.» Regisseur Wolfgang Lachnitt und sein Dramaturg Bernhard Lenort haben dem Bösen neue Worte in den Mund gelegt. Damit wollen sie sich nicht interpretatorisch aufplustern, nein, die Texte sind einzig dazu gedacht, die krude Story des «Freischütz» zu erhellen, vor allem für Leute, die sie zum ersten Mal sehen. Darum gibt es hier auch einen Prolog, der Agathes Besuch beim Eremiten zeigt.
Das funktioniert – und liegt ganz auf der Linie des gerade bis 2014 verlängerten Cottbuser Intendanten Martin Schüler, der ja ebenfalls ein Handwerksmeister stringent erzählter, atmosphärisch dichter Geschichten ist. Die Ernsthaftigkeit, mit der hier am östlichen Rand Brandenburgs Musiktheater gemacht wird, berührt immer wieder. Ebenso wie die innige Beziehung von Publikum und Ensemble.
So langsam Generalmusikdirektor Reinhard Petersen manche Passagen angeht, so stringent entfaltet er seine Tempodramaturgie im Lauf des Abends: Jede Phrase, jeder Aufschwung des Orchesters nämlich ist von innerer Bewegung durchpulst, hat eine eigene, unmittelbar packende ...
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Was verbindet Othmar Schoecks «Notturno» aus dem Jahr 1933 und Heinrich Sutermeisters einaktige Funkoper «Die schwarze Spinne» von 1936 miteinander? Die zeitliche Nähe ihrer Entstehung oder die «schweizerische» Herkunft allein kann es ja wohl nicht sein.
Schoecks Gesänge für Bariton und Streicher beschwören, wie fast alle Werke dieses spätgeborenen Romantikers, in...
Es war ein leiser Abschied. Nicht einmal Verehrer wussten davon. Ende 2003 zog sich Julia Varady vom Podium zurück. Auf der Opernbühne war sie schon Jahre zuvor nicht mehr aufgetreten. Nach vierzig Jahren öffentlichen Singens wollte sie sich aufs Unterrichten konzentrieren. In Frankreich warfen ihr die Zeitungen Blumen hinterher, in Deutschlands Musikszene wurde...
