Seismograph des Unbewussten
Der Theatertod geht um. Wie an vielen mittleren und kleineren Häusern hat auch in Bonn das Theater mit finanziellen Kürzungen zu kämpfen, die seine Existenz bedrohen. Nachdem der städtische Zuschuss zwischen 2000 und 2010 bereits von 41,1 Millionen auf 25,7 Millionen Euro abgesenkt worden war, kürzt die Stadt die Subventionen ab 2013 nochmals um 3,5 Millionen Euro – für den Generalintendanten Klaus Weise das Signal, auf eine Verlängerung seines Vertrags über 2012 hinaus zu verzichten. Die Tanzsparte ist bereits liquidiert, die Biennale eingestellt.
Weitere Einsparungen sind nur im künstlerischen Bereich möglich. Darum, so der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD), soll das Haus die «Kräfte bündeln ohne Qualitätsverlust». Ein Nachfolger für Weise, der sich auf diese künstlerisch nicht mehr verantwortbaren Konditionen einlässt, wird sich finden.
Oder doch nicht? Für die Bonner Oper könnte es der endgültige Exitus sein. Nimptsch hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er sechs Musiktheaterpremieren pro Jahr für überflüssig hält. Es stehe ja auch eine Oper in Köln. Die Bonner liebäugeln stattdessen mit einem Festspielhaus, das dann der Kölner Philharmonie Konkurrenz machen würde. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Uwe Schweikert
Im Mai 2010 wurde sie wie ein Staatsakt gefeiert – die Wiedereröffnung des Teatro Colón in Buenos Aires. Doch schon kurz nach dem weltweit beachteten Paukenschlag breitete sich am größten und bekanntesten Opernhaus Südamerikas wieder jener lähmende Krämergeist aus, der einen nachhaltigen künstlerischen Aufschwung blockiert. Schon Ende 2010 warfen Streiks alle Pläne...
Für die Nachwelt bleibt der Name Gottlob Frick mit der deutschen Oper verbunden, mit Mozart, Beethoven, Weber, Lortzing und vor allem Wagner. Seine Glanzrollen in diesem Repertoire hat Frick in kompletten Einspielungen hinterlassen. Seine Lieblingspartie jedoch, Philipp in Verdis «Don Carlos», war bislang nur in Ausschnitten dokumentiert, was allein daran liegt,...
Der 62-jährige Manfred Trojahn kann mit einigem Recht als typischer Vertreter der deutschen «Literaturoper» apostrophiert werden, wie sie die um eine Generation älteren Komponisten Hans Werner Henze, Giselher Klebe oder Aribert Reimann praktizier(t)en. Da mit Claus H. Henneberg (der für ihn Pirandellos «Enrico» bearbeitete) und Christian Martin Fuchs (der das...
