Schwarzer Humor
In Wien sind das Volkstümliche und das Elitäre, das Heitere und der Ernst in der Literatur wie in der Musik seit jeher nie ganz getrennte Wege gegangen – und das noch in der jüngsten Vergangenheit, wie die Namen von Georg Kreisler und Helmut Qualtinger, Friedrich Gulda und Gerhard Rühm, Kurt Schwertsik und Otto M. Zykan, H. C. Artmann und Ernst Jandl signalisieren. Zu diesen inspirierend-neugierigen Grenzgängern gehört auch Friedrich Cerha, der Doyen der österreichischen Komponisten, der vor Kurzem seinen 95. Geburtstag feiern konnte.
Den meisten ist er nur durch die Fertigstellung von Alban Bergs unvollendet hinterlassener Oper «Lulu» bekannt. Cerhas umfangreiches eigenes Œuvre umfasst Werke aller Genres, ja schließt im stilistischen Pluralismus selbst den Flirt mit der Wiener Volksmusik nicht aus, ohne dabei den kompositorischen Qualitätsanspruch aufzugeben. Zwei seiner Chanson-Zyklen, die «I. Keintate» (auf Wiener Sprüche des Dialektdichters Ernst Kein) und «Eine letzte Art Chansons» (auf Texte des zur «Wiener Gruppe» gehörigen Lyrikers Friedrich Achleitner), sind auf dem Avantgarde-Label KAIROS erschienen und gewähren ein gleichermaßen witzig-hinterfotziges wie ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Uwe Schweikert
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