Schwalbenflug

Schweden war immer schon ein Land der großen Stimmen. Mit Matilda Sterby kommt nun eine Sängerin hinzu, deren Timbre ebenso außerordentlich ist wie die Vielfalt ihres Repertoires. Ein Porträt

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Ach, was wäre diese Welt ohne die Dichter der Romantik! Ohne einen Heine, einen Novalis, einen Eichendorff, einen Tieck, um nur einige der phantasiebegabten Naturen zu nennen. Auch Ludwig Uhland zählt zu ihnen, allein die erste Strophe seines Poems «Frühlingsglaube» würde hinreichen, um glücklich-ermattet auf die Knie zu sinken: «Die linden Düfte sind erwacht, / Sie säuseln und weben Tag und Nacht, / Sie schaffen an allen Enden. / O frischer Duft, o neuer Klang! / Nun, armes Herze, sei nicht bang! / Nun muss sich alles, alles wenden.

» Franz Schubert, der wohl nach wie vor nah an Gottes Stuhl hockt, hat die Verse vertont. Und nun, wo das Lied erklingt, an diesem sonnigen Nachmittag im Ravinen Kulturhus zu Båstad, weiß man es wieder: «Die Welt wird schöner mit jedem Tag.» Das liegt nicht zuletzt aber auch an der Sängerin, die dort im schwarzen, floral geschmückten, fast bis auf den Boden reichenden Rock und zart flatternden Seidentop wie eine Fürstin auf der Bühne steht und es interpretiert, mit samtenen Tönen von ihrem langjährigen Begleiter (und vormaligen Lehrer) Matti Hirvonen auf Wolkenbänken getragen – an Matilda Sterby. Mit Bedacht wählt sie ein jedes Wort, formt es zu einem ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Porträt, Seite 68
von Jürgen Otten

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