Schrecklich gut gemeint

«Voices and Votes»: Orlando Gough beglückt die Festspiele in Bergen mit einem bombastischen Ethno-Doku-Didaktik-Drama

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Die Grenzen dessen, was Singen sein kann, zieht der landläufige Opernbetrieb eher eng. Wer abseits der europäischen Hochkultur erfahren will, was außerhalb Europas oder außerhalb der Kunst als schöner oder ausdrucksvoller Gesang gilt, konnte in den vergangenen Jahren bei den Internationalen Festspielen in Bergen mitreißende Erfahrungen machen. An der norwegischen Westküste zeigte man sich stets gastlich für den inner- wie außereuropäischen Exotismus bei der Stimmbildung.

Der georgische Männerchor «Rustawi» beispielsweise stellte dort im Jahr 2012 einen Vokalklang vor, der sich an der Bläser­intonation von Tierhörnern oder Doppelrohrblatt-Instrumenten orientierte und reich war an farbig abreißenden Apokopen. Großartige Sängerinnen wie Benedicte Maurseth, Berit Opheim Versto und Åsne Valland Nordli haben alte Gesangstechniken der norwegischen Bauernkultur verinnerlicht und dabei den Klang der Hardangergeige, aber auch dörflicher Pfeifen und Flöten auf ihre Stimmen übertragen. Das Vokalensemble «Nordic Voices» beherrscht sogar den chorischen Obertongesang, bei dem jeder Sänger über einer tiefen Grundschwingung durch variable Stellung der Mundhöhle aus der Basisfrequenz eine ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Jan Brachmann

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