Schräge Vögel
Der Begriff «originale» ist im Italienischen vieldeutig, bezeichnet nicht nur das Ursprüngliche und Authentische, sondern auch das Absonderliche. In Giovanni Simone Mayrs Farce «Che originali!», 1798 in Venedig uraufgeführt, gibt es gleich mehrere Kostproben. Das Libretto stammt von dem damals erst 21-jährigen Gaetano Rossi, der in reifen Jahren Textvorlagen für Meyerbeer, Rossini und Donizetti schrieb. Hauptfigur ist der Musiknarr Don Febeo. Er hält sich für einen bedeutenden Komponisten und terrorisiert Familie und Dienerschaft mit seinen Versuchen.
Seine Tochter Aristea ist ähnlich ambitioniert, freilich literarisch geprägt, sieht alles durch die Brille des von ihr verehrten Metastasio. Ihren Geliebten Don Carolino lehnt der Vater strikt ab, da er kein Instrument spielt. Für Abhilfe sorgt das Dienerpaar Biscroma und Celestina, das von den Verliebten im Falle einer erfolgreichen Verkupplung eine schöne Mitgift für die erstrebte eigene Hochzeit erwarten kann. In verschiedenen Verkleidungen taucht Don Carolino in Febeos Haus auf und hat als vorgeblicher Maestro Semiminimo endlich Erfolg.
Obwohl das Buch erhebliche dramaturgische Schwächen aufweist – es gibt zeitlich unlogische ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Ekkehard Pluta
Man kann sich die Szene gut vorstellen. Wie sich der kleine Daniele, elf Jahre jung, vor dem großen Riccardo aufbaute und verkündete: Dirigent, das wolle er auch werden. Muti hat das damals, so erinnert sich der ehemalige Sängerknabe heute, vollkommen ernst genommen und aufgezählt, welche Studienfächer erforderlich sind. Heute ist für Daniele Rustioni nicht nur...
Das Prinzip Hoffnung – es ist noch nicht erschöpft in Alexandra. Obwohl kaum etwas für Aufbruch, Zuversicht, Lust auf Zukunft zu sprechen scheint, wenn man durch die staubigen Straßen dieser Vorstadt fährt. Etwa 200.000 Menschen leben hier auf engstem Raum, viele in notdürftig zusammengeflickten Behausungen aus rohen Ziegeln, Wellblech, Pappe. Wie schon ihre...
Das Stück hat Hochkonjunktur, zumindest in der Schweiz. An drei Bühnen des Landes mit unterschiedlicher Tradition und Kapazität kam Mozarts «Così fan tutte» heraus. Mit der Opéra de Lausanne wandte sich ein kleines, ungemein regsames Haus dem Stück zu. Das Vierspartentheater in Bern, das konsequent auf den Ensemblegedanken setzt, sorgte mit seiner Saisoneröffnung...
