Schräge Vögel
Der Begriff «originale» ist im Italienischen vieldeutig, bezeichnet nicht nur das Ursprüngliche und Authentische, sondern auch das Absonderliche. In Giovanni Simone Mayrs Farce «Che originali!», 1798 in Venedig uraufgeführt, gibt es gleich mehrere Kostproben. Das Libretto stammt von dem damals erst 21-jährigen Gaetano Rossi, der in reifen Jahren Textvorlagen für Meyerbeer, Rossini und Donizetti schrieb. Hauptfigur ist der Musiknarr Don Febeo. Er hält sich für einen bedeutenden Komponisten und terrorisiert Familie und Dienerschaft mit seinen Versuchen.
Seine Tochter Aristea ist ähnlich ambitioniert, freilich literarisch geprägt, sieht alles durch die Brille des von ihr verehrten Metastasio. Ihren Geliebten Don Carolino lehnt der Vater strikt ab, da er kein Instrument spielt. Für Abhilfe sorgt das Dienerpaar Biscroma und Celestina, das von den Verliebten im Falle einer erfolgreichen Verkupplung eine schöne Mitgift für die erstrebte eigene Hochzeit erwarten kann. In verschiedenen Verkleidungen taucht Don Carolino in Febeos Haus auf und hat als vorgeblicher Maestro Semiminimo endlich Erfolg.
Obwohl das Buch erhebliche dramaturgische Schwächen aufweist – es gibt zeitlich unlogische ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Ekkehard Pluta
Abkürzungen:
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
UA = Uraufführung
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der für Dezember 2018 angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es...
Das Original ist Fragment geblieben. Unvollendeter Torso, Skizze, Entwurf. Und: schicksalhaft fehlgeschlagener Versuch eines Komponisten, eine geeignete Klangsprache und – als sein eigener Librettist – plausible dramaturgische Lösungen zu finden. Beinahe ein Jahrzehnt lang rang Claude Debussy mit dem Stoff, um schließlich, vom Krebs gezeichnet, die Waffen zu...
Sie sehen alle fast gleich aus: blond, hübsche Kleidchen, den Kopf gesenkt. Immer wieder kommt einer aus des Herodes Partygesellschaft und holt sich eines der vermutlich sehr jungen Mädchen. So ist das in dieser Welt. Salome aber, von Ingela Brimberg souverän, ganz ohne falsche Kleinmädchentöne vorgestellt, ist groß da, wo sie groß sein muss, wenn sie «Du wolltest...
