Von gestern auf morgen
Etwaige Illusionen über die Bedeutung klassischer Musik werden den Besuchern der MIDEM schon gleich am Eingang genommen. Ganz durch die große Halle durch, die Treppe hoch und dann links in der Ecke – hätte die freundliche Stewardess am Counter des Festivalpalastes von Cannes nicht den Weg zur Klassik-Abteilung, sondern die Bedeutung von Bach, Beethoven und Tschaikowsky für das große Geschäft beschreiben wollen, hätte sie keine passenderen Worte finden können.
Auf der größten Musikmesse der Welt zeigt sich in materialistischer Deutlichkeit, dass die Klassik nach wie vor ein Nischenprodukt ist. Während drumherum der große Rummel um die Stars und Sternchen von Pop und Rock tobt, informieren sich in der geruhsamen Klassik&Jazz-Ecke nur eine Handvoll interessierter Spezialisten über Polens Aktivitäten zum Chopin-Jahr 2010, das Pergolesi-Festival im italienischen Jesi und die neuesten Archivfunde von Labels wie Hänssler und Orfeo.
Ein Kontrast, der umso stärker ins Auge fällt, als die Großen der Klassikbranche in Cannes fehlen: Stände von SonyBMG, Universal und EMI, die mit ihren Stars ein bisschen Glamour an die Riviera hätten bringen können, sucht man mittlerweile vergeblich – mehr und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bis vor wenigen Jahren war sie noch auf der Bühne aktiv, und wer weiß, ob sie, die wir anlässlich ihres 75. Geburtstags als «komödiantisches Urgestein» gewürdigt haben, nicht noch einmal dorthin zurückkehrt. Mit dem Theater ist sie aufgewachsen, im Theater hat sie mehr als ein halbes Jahrhundert gewirkt. Dabei hat die Stimme in 57 Bühnenjahren diverse...
Elbflorenz. Das ist natürlich ein Wunschbild, eine Projektion. Aber doch auch ein Stück Realität. Allen Verletzungen, allen Beschädigungen zum Trotz. Wer heute nach Dresden reist, findet sich in einer wunderschönen Stadt. Vielleicht ist Dresden unter allen an einem Strom gelegenen deutschen Städten die majestätischste. Die Zerstörung vom Februar 1945 merkt man ihr...
Schon nach den ersten Takten ist klar, wer im neuen Hallenser «Don Carlo» den Ton angibt: So tonschön und ausdrucksstark ist der Klang, den der neue Chefdirigent Karl-Heinz Steffens mit seiner Staatskapelle formt, dass man ihm später kleinere Probleme wie das gelegentliche Übertönen der Sänger oder Koordinationsschwächen in den großen Chorszenen gern verzeiht. Das...
