Schlaglichter

Über den bereichernden Einfluss jüdischer Kultur und Künstler im Musiktheater

Opernwelt - Logo

Ist es «politisch korrekt, die jüdischen Protagonisten [...] der alten Opern» heute, in einem «erneut gefährlich schwankenden Europa», wiederzuerwecken?, fragt die israelische Historikerin Fania Oz-Salzberger. Und liefert die ambivalente Antwort gleich mit: «Nein. [...] Aber wir sollten es dennoch tun.»

Oz-Salzberger setzte mit ihrem Vortrag Rahmen und Ton eines Symposiums, das anlässlich der Neuinszenierung von Halévys «La Juive» durch Peter Konwitschny an der Opera Vlaanderen in Gent und Antwerpen stattfand (siehe OW 6/2015).

Der lesenswerte Band dokumentiert Beiträge von u. a.  Aviel Cahn, Ioan Holender und Neil Shicoff (Sakralliturgie und Operngesang), Hilde Haider (über Judenrollen), Susanne Vill (Mementos der Shoah) und Chaya Czernowin (Kunst als Einspruch gegen den Holocaust).   


ISOLDE SCHMID-REITER/AVIEL CAHN (HG.): JUDAISM IN OPERA – JUDENTUM IN DER OPER
Schriften der Europäischen Musiktheater-Akademie, Band 11
Con Brio Verlags­gesellschaft, Regensburg 2017. 368 Seiten; 34 Euro

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ungeschminkt

Ferruccio Busonis 1925 uraufgeführter «Doktor Faust» gehört zu den großen Bekenntniswerken des Musiktheaters aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekenntnisse sind bekanntlich von theatralisch sprödem Stoff und haben es entsprechend schwer auf der Bühne, sodass dieses faszinierend-problematische Stück, das Busoni über ein Jahrzehnt beschäftigte und dennoch...

Komm, süßer Tod

Søren Kierkegaard war nicht nur ein begnadeter Philosoph und ausgefuchster Menschen(schwächen)kenner, er besaß zudem eine tiefe Neigung für die Kunst, speziell die Musik. Mit Blick auf den «Don Giovanni» prägte Kierkegaard in seinem geschichtsphilosophischen opus magnum «Entweder – Oder» den Begriff des «Sinnlich-Genialen» – nicht ohne einzuschränken, die...

Rettungsversuch

Als «Das Schloss Dürande», die letzte Oper Othmar Schoecks, im Frühjahr 1943 in der Berliner Staatsoper aus der Taufe gehoben wurde, kam es zu Aufwallungen. Dass er sich für seine Uraufführung, tatkräftig unterstützt durch den Winterthurer Mäzen Werner Reinhart, mitten im Krieg mit dem ersten Opernhaus im nationalsozialistischen Deutschland zusammengetan und, mehr...