Lieder im Volkston. Lieder von Reger, d'Albert, Berger, Brüll u.a. Regula Mühlemann (Sopran), Okka von der Damerau (Mezzosopran), Wolfgang Schwaiger (Bariton), Tareq Nazmi (Bass), Adrian Baianu (Klavier). Oehms Classic 7390827 (CD); AD: 2016
Schein des Kunstlosen
Bei Titeln wie «Lieder im Volkston» mag man sich an ein Wort – oder: eine Warnung – von Bertolt Brecht erinnern: «Das Volk ist nicht tümlich.» Sollte Brecht das Volk ... überschätzt haben? Unter dem Titel «Im Volkston» veröffentlichte der Berliner Verlag Anfang des vorigen Jahrhunderts drei Sammlungen von «komponierten Volksliedern» – eigentlich eine contradictio in adjecto. Darunter waren Lieder bekannter Komponisten wie Reger, Humperdinck, Pfitzner und Max von Schillings ebenso wie die kompositorischer Dilettanten oder Laien.
Sie alle waren, so eine klassische Definition des Volkstons, um den «Schein des Ungesuchten, des Kunstlosen» bemüht.
Für 32 Lieder, die im ersten Heft des «Volkstons» publiziert wurden, hat das Label Oehms vier professionelle Sänger engagiert, die sich in jener vokalen Kunst bewähren müssen, die Kunst verbirgt. Im vortrefflichen Beitrag des Beiheftes weist Stefanie Steiger-Grage auf einen weiteren Widerspruch hin: dass etliche der Komponisten bei dem Versuch, den Sinn für Hausmusik und die Freude am Sich-Aussingen zu stärken, «reine Kunstgesänge mit komplizierter Harmonik schufen» – und mit Begleitungen, die in die Führung der Melodie eingriffen. Es wäre ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Jürgen Kesting
Ein gutes Foto, sagt Werner Kmetitsch, kann jeder schießen, auch in der Oper. «Das ist mit der heutigen Technik kein Problem mehr.» Aber eine komplette Produktion zu fotografieren, Szene für Szene, stets verlässlich auf demselben hohen Niveau – das mache den Unterschied zwischen Hobby- und Profifotografen aus. Und Profi wollte Werner Kmetitsch eigentlich nie...
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – diese alte Behauptung, die später von den Nazis rassistisch missbraucht wurde, beflügelte im späten 19. Jahrhundert auch die tschechischen Turnvereine unter dem Label «Sokol» (Falke). Turnen und körperlicher Drill sollten die von Österreich unterdrückte Nation geistig, moralisch stärken; bald konzentrierten sich zudem...
JUBILARE
Jiří Kout wurde 1937 in Novedvory bei Prag geboren. Er studierte am dortigen Konservatorium Orgel und Orchesterleitung, gewann die Internationalen Dirigentenwettbewerbe von Besançon (1965) und Brüssel (1969). Danach war er zunächst an der Pilsener Oper tätig, ehe er 1969 als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Prag ging. Mit dem Orchester unternahm er...
