Schauermärchen
Das Feuer: Zweck und Ende», schreibt Regisseur Cesare Lievi über Verdis «Il trovatore», diese «opera notturna», in der alles schon eingeäschert scheint, bevor es überhaupt beginnt. Für das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino hat Lievi das Dramma lirico in ein aschegraues Schauermärchen mit Horrorfilmanleihen verwandelt. Krisselig-düster flimmert die Leinwand im Saal gleich zu Beginn. Aus der Stille steigen Trommelschläge empor, dann verschwindet die Leinwand und ein militärisches Standbild erscheint.
Während Graf Luna unter den Balkonen der königlichen Gemächer umherstreift und an seine geliebte Leonora denkt, wacht Hauptmann Ferrando gemeinsam mit den Soldaten und wartet auf die Rückkehr seines Herrn. Um die Zeit zu vertreiben, erzählt er ihnen die Geschichte des Grafen und dessen Bruder Garcia, der von einer Hexe aus dem fahrenden Volk mit einem Fluch belegt wurde. Nach ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen taucht ihre verzweifelte Tochter auf, raubt Garcia und übergibt ihn aus Rache ebenfalls den Flammen. Noch immer soll der Geist der Mutter durch das Schloss wandern, und die Tochter wurde nie gefunden ...
In der kompakten und ausgewogenen Akustik des 2014 erbauten Opernsaals kann ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Katharina Stark
Beim König war Jean-Baptiste Lully in Ungnade gefallen. Die Beteiligung an Orgien mit hochrangigen Mitgliedern des Hofs, dazu die Verführung eines Pagen: Das war denn doch zu viel für Ludwig XIV., der unter dem Einfluss der frommen Madame de Maintenon zunehmend auf die Sitten achtete. Doch der intrigenbegabte Komponist gab nicht auf, auch wenn er dafür erstmal...
JUBILARE
Rodion Schtschedrin kam am 16. Dezember 1932 in Moskau zur Welt, studierte schließlich am Moskauer Konservatorium bei Juri Schaporin (Komposition) und Jakow Flier (Klavier). Nach durchaus eindrücklichen Anfängen einer Klavierlaufbahn wurde er 1964 auf eine Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium berufen und 1973 auf Wunsch von Schostakowitsch...
Dreihundert Mélodies hat Jules Massenet komponiert, mehr als jeder andere Komponist zwischen Berlioz und Poulenc. Dennoch nimmt er in der Geschichte des französischen Lieds nur einen Randplatz ein. Gewiss, mit der großen Liedlyrik von Duparc, Fauré oder Debussy kann er sich nicht messen. Die meisten Stücke sind Gelegenheitskompositionen, für den Salon bestimmt,...
