Schauermärchen
Das Feuer: Zweck und Ende», schreibt Regisseur Cesare Lievi über Verdis «Il trovatore», diese «opera notturna», in der alles schon eingeäschert scheint, bevor es überhaupt beginnt. Für das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino hat Lievi das Dramma lirico in ein aschegraues Schauermärchen mit Horrorfilmanleihen verwandelt. Krisselig-düster flimmert die Leinwand im Saal gleich zu Beginn. Aus der Stille steigen Trommelschläge empor, dann verschwindet die Leinwand und ein militärisches Standbild erscheint.
Während Graf Luna unter den Balkonen der königlichen Gemächer umherstreift und an seine geliebte Leonora denkt, wacht Hauptmann Ferrando gemeinsam mit den Soldaten und wartet auf die Rückkehr seines Herrn. Um die Zeit zu vertreiben, erzählt er ihnen die Geschichte des Grafen und dessen Bruder Garcia, der von einer Hexe aus dem fahrenden Volk mit einem Fluch belegt wurde. Nach ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen taucht ihre verzweifelte Tochter auf, raubt Garcia und übergibt ihn aus Rache ebenfalls den Flammen. Noch immer soll der Geist der Mutter durch das Schloss wandern, und die Tochter wurde nie gefunden ...
In der kompakten und ausgewogenen Akustik des 2014 erbauten Opernsaals kann ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Katharina Stark
Pauline Viardot war eine der großen Künstlerfiguren des 19. Jahrhunderts. Als Tochter einer weitgereisten spanischen Sängerfamilie, Schwester der berühmten Diva Maria Malibran und des nicht minder berühmten Gesangslehrers Manuel García junior schien ihr Weg vorgezeichnet. Doch die Viardot wollte, als Schülerin Reichas und Liszts, Komponistin werden und wurde es...
Brahms lieben? Auf Françoise Sagans klassische Frage gibt es seit jeher, was sein Vokalschaffen betrifft, die klassische Antwort: Nein danke, das wäre zu viel verlangt! Zwar werden seine Symphonien häufiger aufgeführt als die von Schubert und Schumann und auch die Kammermusikwerke erfreuen sich höchster Wertschätzung. Doch, was Brahms für die menschliche Stimme...
Den Tod sterben wir bekanntermaßen allein: Violetta windet sich auf dem nackten Boden des Bühnenrands – da ist der Vorhang längst gefallen –, nur der empfindungslose Blick des Conférenciers in der Loge haftet auf ihr. Verflogen sind Rausch und Glanz des Varietés, verschwunden ist das Partyvolk. Mit diesem Schlussbild setzt Barbora Horáková Joly eine treffsichere...
