Sängerfest
Ja, dergleichen passiert, wenn Frauen zu sehr lieben. Dann gibt es Ärger, weil nicht der Mann vor Ort ist, dem die tiefe Neigung gilt. In Mozarts jugendlichem Geniestreich, der viel zu selten auf der Bühne zu erleben ist, trifft es Aspasia, die Verlobte des Königs. Der hat sich, um die Tugend seiner Söhne zu überprüfen, totgemeldet und muss nun den Tatsachen tief ins Auge blicken: Seine Auserwählte liebt Sifare, und der liebt sie. Das tut, unpassenderweise, aber auch sein Bruder Farnace, dem eigentlich die schöne Ismene zugedacht war ...
Das Drama nimmt seinen Lauf – und endet, wie sollte es anders sein, mit der clemenza des humanen Herrschers. Die Kunst des Verzeihens triumphiert über das reine Begehren.
2016 kam die Inszenierung von Clément Hervieu-Léger am Théâtre des Champs-Elysées heraus (siehe OW 4/2016). Ein Theater auf dem Theater, mit racineskem Einschlag, psychologisch plausibel, letztlich aber ein bisschen fade. Sieht man nun das Ergebnis, den Live-Mitschnitt der Vorstellung am 20. Februar 2016, stört das nicht besonders. Denn die Solisten sind fast ausschließlich von erlesener Güte. Allen voran Sabine Devieilhe als Ismene. Nicht nur, dass ihr Sopran sternenklar ...
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Den Himmel auf Erden leisteten sich nicht nur Ludwig XIV. in Versailles oder Maria Theresia in Schönbrunn. Auch Preußens Könige bauten sich ihr Arkadien mit Palästen und Parks. Ein bisschen bescheidener mutet zwar an, was Friedrich II. auf den luftigen Namen «Sanssouci» taufte, doch die weitläufige Anlage vor den Toren (Alt-)Potsdams bietet wohl die schönste aus...
Vor siebzig Jahren ging in der Aufbruchsstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg das erste Holland Festival über die Bühne. Das Gründungsfieber lag damals offenbar in der Luft, denn fast zeitgleich wurden auch die Festivals in Avignon (1947) und Aix-en-Provence (1948) ins Leben gerufen. Unter ihnen bietet das Holland Festival bis heute das breiteste Programm – in diesem...
Das Größte an dieser letzten zu Lebzeiten des Komponisten aufgeführten Tragédie sei die Musik, sagt Christian Curnyn, der – nach seinem Hausdebüt mit «Castor et Pollux» – zum zweiten Mal als Rameau-Spezialist an die Komische Oper engagierte Gastdirigent aus England. Wohl wahr. Die schwirrende Harmonik, die klanglichen Kontraste, das Vexierspiel der Instrumente, der...
