Sängerfest
Ja, dergleichen passiert, wenn Frauen zu sehr lieben. Dann gibt es Ärger, weil nicht der Mann vor Ort ist, dem die tiefe Neigung gilt. In Mozarts jugendlichem Geniestreich, der viel zu selten auf der Bühne zu erleben ist, trifft es Aspasia, die Verlobte des Königs. Der hat sich, um die Tugend seiner Söhne zu überprüfen, totgemeldet und muss nun den Tatsachen tief ins Auge blicken: Seine Auserwählte liebt Sifare, und der liebt sie. Das tut, unpassenderweise, aber auch sein Bruder Farnace, dem eigentlich die schöne Ismene zugedacht war ...
Das Drama nimmt seinen Lauf – und endet, wie sollte es anders sein, mit der clemenza des humanen Herrschers. Die Kunst des Verzeihens triumphiert über das reine Begehren.
2016 kam die Inszenierung von Clément Hervieu-Léger am Théâtre des Champs-Elysées heraus (siehe OW 4/2016). Ein Theater auf dem Theater, mit racineskem Einschlag, psychologisch plausibel, letztlich aber ein bisschen fade. Sieht man nun das Ergebnis, den Live-Mitschnitt der Vorstellung am 20. Februar 2016, stört das nicht besonders. Denn die Solisten sind fast ausschließlich von erlesener Güte. Allen voran Sabine Devieilhe als Ismene. Nicht nur, dass ihr Sopran sternenklar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am besten funktioniert noch immer das Original. Auch wenn es wie hier eine Reduktion ist von Beethovens Arie auf Florestans schmerzvolle Gesangslinie, gestützt von einem dürren, solistisch besetzten Instrumentalgerüst. Sein Schrei nach dem «himmlischen Reich» beendet diese 70 Minuten, die so etwas sind wie «Fidelio 2.0». Eine musiktheatralische Untersuchung der...
Ach, der Sommer! Faule Nachmittage in der Sonne, blühende Gärten, Picknicks auf der Wiese – und Oper Open Air. Wir Briten fahren auf Outdoor-Bühnen total ab. Beim ersten Sonnenstrahl im April rauscht alle Welt zum Baumarkt, um Grill und Gartenmöbel zu kaufen; zugleich gehen Tickets zu Freiluftveranstaltungen aller Art weg wie warme Semmeln. Gerade so, als hätten...
Vor zwei Jahren trat Gundula Janowitz wieder an der Wiener Staatsoper auf. Nicht, um zu singen. Sie hörte der eigenen Stimme zu, in alten Aufnahmen, gemeinsam mit Kollegin Christa Ludwig. Die beiden waren zusammengekommen, um über das Opern- und Liedersingen zu sprechen, über Karajan, Böhm und die guten alten Zeiten oder das, was sie möglicherweise der heutigen...
