Rundum beglückend
Gluck, so der Dirigent Ian Page im Booklet zu Ann Hallenbergs Recital, «ist einer der am meisten vernachlässigten und unterschätzten großen Komponisten, dessen Namen man häufiger in Büchern als in der Oper oder im Konzertsaal begegnet». Abseits der bekannteren Reformopern, muss man ergänzen, sogar so gut wie nie. Hallenbergs Gluck-Album ist ein Ereignis, weil es uns mit inspirierter, hörenswerter, weitgehend vergessener Musik bekannt macht.
Es wirft die gängigen Vorstellungen über den Haufen, dass erst der Opernreformator Meisterwerke für Wien und Paris geschrieben habe und seine künstlerische Entwicklung mit der Überwindung der aufklärerischen Seria einer klaren, zielgerichteten Logik folge.
Im Zentrum der Auswahl stehen drei Da-Capo-Arien aus «Il trionfo di Clelia» auf ein Libretto des kaiserlichen Hofpoeten Pietro Metastasio, das Gluck 1763, ein knappes halbes Jahr nach dem grundstürzenden Wiener «Orfeo», zur Einweihung des Teatro Comunale in Bologna vertonte. Für den berühmten Kastraten Giovanni Manzuoli schrieb er virtuose Gesangsnummern im hochbarocken Belcanto eines Porpora oder Hasse, wie er sie in den Wiener und Pariser Reformopern dann programmatisch ausmerzte. Gleich ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Medien, Seite 35
von Uwe Schweikert
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
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