Ringen um Rossini
Ob der ernste oder der halbernste – Rossini gilt in erster Linie als Sängerfutter. Deshalb geben sich Intendanten und Impresari meist damit zufrieden, um ein paar Vokal-Stars herum dekorative Arrangements zu schaffen. Zu selten werden die szenischen Herausforderungen, die in den Stücken stecken, von Regisseuren angenommen. In Pesaro bot vor zwei Jahren die Aufführung des vollständigen «Guillaume Tell» dem Tenor Juan Diego Flórez Gelegenheit, als Arnold vom lyrischen ins heroische Belcanto-Fach zu wechseln.
Er sollte die Erwartungen nicht enttäuschen, lieferte die erhoffte Brillanz, auch wenn er als Darsteller kaum Profil gewinnen konnte. Der englische Regisseur Graham Vick nimmt seine Arbeit nämlich erst im zweiten Bild des dritten Akts (Gesslers Fest in Altdorf) erkennbar auf. Da gelingt ihm eine fulminante satirische Darstellung einer Terror-Herrschaft, in der auch die handlungsbezogene Choreografie Ron Howells endlich Fahrt aufnimmt. Was davor und danach auf fast leerer Bühne geschieht, ist über weite Strecken ödes Herumgestehe und Herumgehopse.
Marina Rebeka ist eine maskenhaft starre, gesanglich kühle Mathilde, die Eidgenossen bleiben Pappkameraden. Nur Nicola Alaimo in der ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 42
von Ekkehard Pluta
Vielfach geteilte Streicherklänge flirren wie Hitzewellen über der Bühne des Linbury Studios im Royal Opera House: «Cities of Salt», zweite Szene eines work in progress. Ein Wadi in irgendeinem arabischen Land, irgendwann in den 1930er-Jahren. Das englischsprachige Libretto basiert auf Abdelrahman Munifs gleichnamigem Roman; es geht um die Folgen des Ölgeschäfts in...
Nicht einmal zweieinhalb Minuten toben die Naturgewalten. Tastendonner aus Subkontra-Zonen. Gespenstisch, gewitterdunkel weht es von Streichern. Schlagwerk und Gitarre heizen die Atmosphäre auf. Bald erreichen die Klangböen Orkanstärke. Es prasselt, rauscht, dröhnt und faucht, als riefe der Herrgott zum Jüngsten Gericht. Dann drehen die rasenden Kräfte ab, so...
Frau Breedt, Sie sind leidenschaftliche Golferin. Was hat dieser Sport eigentlich mit dem Singen zu tun?
Viel! Golfen bedeutet kontrolliertes Loslassen. Erforderlich ist ein genauer Bewegungsablauf ohne zu viel Kraftaufwand, vor allem aber die richtige Balance. Wenn man sich beim Schlag zu sehr versteift, fliegt der Ball nicht richtig. Und wenn man beim Singen zu...
