Reflexion und Ritual
Rhythmisch wiegen sich die Sänger der ägyptischen Sufi-Gruppe «Al-Tariqa Al-Gazoulia», um sich einzustimmen auf das Ritual, das sonst nur in den Räumlichkeiten der islamischen Glaubensgemeinschaft stattfindet. Zum ersten Mal führten die Sufis bei den Salzburger Festspielen ihr Gebet öffentlich vor: ein monodischer Lobpreis Allahs, der nach etwa einer halben Stunde auch orientalische Instrumentalmusik beinhaltet.
In achtzehn Konzerten wurde bei den Salzburger Festspielen unter dem Titel «Ouverture spirituelle» die Musik des Islam mit geistlicher Musik des Okzidents konfrontiert. Und so stießen die rauen Sufi-Gesänge auf Monteverdis «Marienvesper» oder Händels selten gespieltes «Dixit Dominus» – in wunderbar plastischen und farbigen Wiedergaben durch den britischen Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner. Ein weiteres, wichtiges Zeichen setzte Jordi Savall mit einem Völker verbindenden Projekt, das exzellente Musiker der Balkanländer, Syriens und Israels vereinte.
Ein Dialog der Kulturen fand auch im parallelen Kongress «Disputationes» statt, bei dem führende Orientalisten ein ganz anderes Bild des Islam zeichneten als jenes von Mord und Terror ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Reinhard Kager
Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die...
Herr Nigl, Sie gehören zu den wenigen bekannten Sängern, die fast nur in Neuproduktionen auftreten. Warum?
Richtig, ich singe fast gar keine Repertoirevorstellungen. Das hat sich so entwickelt, weil mir die Zusammenarbeit mit einem Regisseur und einem Dirigenten einfach zu wichtig ist. Erfolge hatte ich vor allem mit Festival-Produktionen. Erst durch die Opern von...
Es bietet sich ja wirklich an. Mit großer Geste schwingt die Treppe den Berg hinauf, wie von Skylla und Charybdis flankiert, vom Dom links, von der Sankt Severi Kirche rechts. Man muss schon blind sein, um die Eignung dieses Ortes als Bühne nicht zu erkennen.
Schon wenige Jahre nach der Wende, 1994, hat das Theater Erfurt damit begonnen, hier im Sommer die...
