Qualitätskontrolle

Opernwelt - Logo

Die disruptiven Kräfte des Internets haben unzählige neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle geschaffen, gleichzeitig aber auch Altes geschwächt oder gar zerstört. Dabei will ich gar nicht verhehlen, dass mir die Entmachtung einiger traditioneller Power Broker und Gatekeeper im Sinne des Fortschritts sehr zupass kommt. Die bisherige Ordnung ist jedenfalls gehörig durcheinander gebracht worden. So wie im Musikbereich YouTube, Spotify & Co.

dafür gesorgt haben, dass die jüngere Generation mehrheitlich schon seit Jahren keine Notwendigkeit mehr sieht, für Musik relevantes Geld ausgeben zu müssen, hat sich auch die Erwartungshaltung gegenüber journalistischen Angeboten gewandelt. Warum sollte man sich noch Tageszeitungen oder Zeitschriften kaufen, wenn doch zu ohnehin allem scheinbar alles umsonst im Netz zu finden ist? Wieso tageweise auf Zeitungen warten, geschweige denn auf monatlich erscheinende Fachzeitschriften, wo doch diverse Portale quasi in Echtzeit berichten und in den sogenannten sozialen Medien – ob schriftlich oder in unmittelbaren Reaktionsvideos – schon längst alles vielfach kommentiert wurde?

Das Phänomen lässt sich allgemein in fast allen Bereichen des Konsums ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Wozu Musikkritik?, Seite 112
von Sebastian Solte

Weitere Beiträge
Impressum Jahrbuch 2020

61. Jahrgang, Jahrbuch 2020
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISBN     978-3-942120-32-6
Best.-Nr.     752968

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de


Redaktion
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.), Albrecht Thiemann

Redaktionsbüro...

Wichtige (Wieder-)Aufführungen der Saison

Ihren Ruf als innovativstes Haus der französischen Kapitale bekräftigte die Opéra Comique in der vergangenen Spielzeit u. a. mit der Uraufführung einer Literaturoper des Sciarrino-Schülers Francesco Filidei: «L’Inondation». Den Text schrieb (nach einer Novelle Jewgeni Samjatins aus dem Jahr 1929) Joël Pommerat, einer der einflussreichsten Akteure des frankophonen...

Widerpart und Katalysator

In meiner Laufbahn als Dramaturg, Operndirektor und Intendant habe ich die ganze Spannweite möglicher Reaktionen auf Kritiken durchlebt: Manchmal war ich wütend und enttäuscht, wenn eine Regie, ein Dirigat oder eine sängerische Leistung meiner Ansicht nach ungerecht behandelt und mit einer oberflächlichen, wenn nicht gar kränkenden Bemerkung abgefertigt wurde....