Wo ist das Füchslein? Szene aus Peter Sellars' Inszenierung in der Berliner Philharmonie - mit Simon Rattle und Kinderchor; Foto: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus
Projektionen
Diese Farben! In allen Nuancen schillern, weben, leuchten sie aus Leos Janáčeks Natur. Morgenrot und Abendgold, Mondweiß und Sonnengelb, Waldgrün und Himmelblau. Das Leben ist bunt hier, voller Überraschungen und Kontraste. Ein sinnenpralles Mosaik, das in keinen Rahmen passt. Genau so klingen «Die Abenteuer der Füchsin Bystrouschka», jene 1924 in Brno uraufgeführte leichtfüßig-tiefgründige Geschichte von Tieren, die wie Menschen reden, und von Menschen, die sich nach Unschuld wie bei den Tieren sehnen.
Eine Art tschechischer «Sommernachtstraum» tönt da, der seine Energie aus Melodien, Rhythmen, Akzenten des mährischen Dialekts bezieht, in dem der Komponist das Libretto verfasst hat, nach einem Comic aus der Stadtzeitung. Komik und Tragik schwingen zusammen – in einer Parabel, die sich als Kindermärchen maskiert.
Gleichwohl ist bis heute der von Max Brod geprägte Titel «Das schlaue Füchslein» in Umlauf. Ein Missverständnis, das die kaleidoskopische Weite des Stoffs und der Musik verkennt. Das Kindliche, scheinbar Unverstellte hob nun auch Franz Welser-Möst wieder hervor, in einem Trailer, der für das herbstliche Wien-Gastspiel des Cleveland Orchestra warb. Vor drei Jahren hatten ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Albrecht Thiemann
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