Prinzip Schönheit
Feinste Nuancen, souverän modelliert. Und doch schwingt der Drive der Bizet’schen Hit-Nummern ungebremst aus. Die bukolischen Klänge zu Beginn der Schmugglerszene hoch in den Bergen zum Beispiel sind von erlesener Delikatesse. Selbst das emotional explodierende, heftige Ende kommt gestochen scharf, ohne jede grelle Drastik. Erst recht ohne bruitistische Gewalt. Marc Albrecht entlockt dem Koninklijk Concertgebouworkest eine elegante, sehr genaue Interpretation der berühmten «Carmen»-Musik.
Die Partie des in Liebe, dann in Eifersucht und schließlich in Verzweiflung fallenden Sergeanten Don José singt Yonghoon Lee mit leicht geführter Tenorstimme: Entzückend sein Zaudern und fast erheiternd, wie er die Zweifel an «seiner» Männlichkeit ausbreitet. Carmen hingegen strotzt nur so vor selbstbewusster Weiblichkeit, präsentiert alle (virtuos gespielten) Klischees dessen, was traditionell mit dem «Feurigen» einer solchen «Zigeunerin» assoziiert wurde: Nadia Krasteva verkörpert das in leicht übertriebener, attraktiver Alltagsintensität. Sie besticht mit dem leicht verruchten Mezzo-Timbre einer Frau, die das Leben schon früh gründlich kennen gelernt hat. Kyle Ketelsen gibt den Escamillo als ...
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Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge....
Maestro Muti, Sie sind ein leidenschaftlicher Anwalt der Musik Ihrer Heimatstadt Neapel. Umso mehr erstaunt es, dass Sie sich bei Rossinis «Moses» nicht für die neapolitanische Urfassung, sondern für die spätere französische Version entschieden haben...
... weil die zweite Version einfach die bessere ist. Rossini hat hier die Möglichkeit einer Überarbeitung genutzt,...
Als die Met 1991 John Coriglianos «The Ghosts of Versailles» herausbrachte, war jedem klar, dass die Oper zu lang ist. Aber wen interessierte das? Corigliano und sein Librettist William M. Hoffmann hatten in dem von ihnen erfundenen Genre der grand opera buffa eine mitreißende Arbeit abgeliefert, in der Mozarts und Rossinis «Figaro»-Personal auf die Gespenster...
