Praxistest nicht bestanden

Der um mehr als die Hälfte gekürzte «Colón-Ring» ist ein dramaturgisches Desaster

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Es gab wohl kein Zurück mehr. Als Katharina Wagner, die vorgesehene Regisseurin, ihre Arbeit niederlegte, bevor die Proben beginnen konnten, hätte die Intendanz des ruhmreichen Teatro Colón in Buenos Aires, das sich auf eine lange Wagner-Tradition berufen kann, das Projekt einer Kurzfassung des «Ring des Nibelungen» noch einmal überdenken können.

Doch zu sehr war die mediale Aufmerksamkeit auf dieses «Event» schon aufgeheizt worden, zu viele mit dessen Vermarktung befasste Partner saßen mit im Boot, als dass man sich noch hätte aus der Affäre ziehen und eine große Blamage verhindern können.

Denn eine solche ist dieser jetzt auf 4 DVDs vorliegende, knapp siebenstündige «Colón-Ring», dessen Fassung der renommierte Klavierbegleiter und langjährige Produzent Cord Garben erstellt hat. Er ist stolz darauf, bei dieser Amputation nur wenige Noten des Meisters geändert zu haben, aber über den Sinn des Musikdramas hat er sich zu wenige Gedanken gemacht. Durch seine Striche – der ganze «Siegfried» dauert nur noch eine gute Stunde! – stehen viele, zu viele Szenen völlig im leeren Raum. Dass Rollen wie Donner, Froh und die Nornen kurzerhand eliminiert wurden, mag noch angehen. Doch ohne Erda und ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Ekkehard Pluta

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