Praxistest nicht bestanden
Es gab wohl kein Zurück mehr. Als Katharina Wagner, die vorgesehene Regisseurin, ihre Arbeit niederlegte, bevor die Proben beginnen konnten, hätte die Intendanz des ruhmreichen Teatro Colón in Buenos Aires, das sich auf eine lange Wagner-Tradition berufen kann, das Projekt einer Kurzfassung des «Ring des Nibelungen» noch einmal überdenken können.
Doch zu sehr war die mediale Aufmerksamkeit auf dieses «Event» schon aufgeheizt worden, zu viele mit dessen Vermarktung befasste Partner saßen mit im Boot, als dass man sich noch hätte aus der Affäre ziehen und eine große Blamage verhindern können.
Denn eine solche ist dieser jetzt auf 4 DVDs vorliegende, knapp siebenstündige «Colón-Ring», dessen Fassung der renommierte Klavierbegleiter und langjährige Produzent Cord Garben erstellt hat. Er ist stolz darauf, bei dieser Amputation nur wenige Noten des Meisters geändert zu haben, aber über den Sinn des Musikdramas hat er sich zu wenige Gedanken gemacht. Durch seine Striche – der ganze «Siegfried» dauert nur noch eine gute Stunde! – stehen viele, zu viele Szenen völlig im leeren Raum. Dass Rollen wie Donner, Froh und die Nornen kurzerhand eliminiert wurden, mag noch angehen. Doch ohne Erda und ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Ekkehard Pluta
Heute kommt Stefano Pavesi (1779-1850) in Opernführern nur noch als Fußnote vor, doch zu seiner Zeit war er ein viel gespielter Komponist. Sein dramma giocoso «Ser Marcantonio» erlebte nach der erfolgreichen Uraufführung im Herbst 1810 an der Mailänder Scala bereits in der ersten Spielzeit 54 Vorstellungen, in den folgenden 20 Jahren gab es über 50 verschiedene...
Im nicht-britischen Ausland hatte man noch vor 25 Jahren das «Modell Glyndebourne» als rundweg exzentrisch beäugt: Picknick in den Gartenanlagen, festliche Abendgarderobe im 30er-Jahre-Stil. Die meist gut betuchten Opernenthusiasten auf der Insel begeistert dieses Ambiente, und es gibt zahlreiche Nachahmer. Dazu zählt auch die Grange Park Opera.
Lord Ashbury hatte...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
