Pralles Leben
Die Oper Zürich war eines ihrer Stammhäuser; 40 Jahre lang war sie hier in zahlreichen Produktionen mit dabei, auch als Anna Bolena. Was Edita Gruberová aus dieser Partie gemacht hat, ist unvergessen – auch wenn ihr Auftritt in der Oper Gaetano Donizettis mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt. Sechs Wochen nach dem Tod der großen Sängerin war der Name Gruberovás an der Zürcher Premiere von «Anna Bolena» in aller Munde. Keine einfachen Ausgangsbedingungen für Diana Damrau, die sich in Zürich außerdem zum ersten Mal der titelgebenden Rolle zugewandt hat.
Bravourös hat sie die Herausforderung gemeistert – indem sie die Aufgabe grundlegend anders anging als die Gruberová. Nicht die auf die Spitze getriebene Kunst, nicht die gläsern zerbrechliche Figur mit ihrem sich ganz im Inneren abspielenden Leiden steht im Zentrum. Bei Diana Damrau, das bewirkt schon ihr breiter zeichnendes, auch in dieser Produktion sorgsam fundiertes und dynamisch weitgefächertes Timbre, ist Anna Bolena eine ganz und gar im Leben stehende Frau von unmittelbarer, sehr direkt wirkender Emotionalität. Nach und nach realisiert sie, wie sie von ihrem Gemahl und dessen Umgebung vorgeführt wird, und bei jedem Schritt in ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Peter Hagmann
In seinem Buch mit dem vielsagenden Titel «Demented: The world of the Opera Diva» (London, 1984) schreibt der amerikanische Theaterhistoriker Ethan Mordden: «Die bösartigste aller Fehden zwischen zwei Diven ist eine, zu der es nie gekommen ist: die zwischen Maria Callas und Renata Tebaldi.» So muss das Vorurteil, das der «voce d’angelo» der Tebaldi die...
Es war, das darf man ohne Übertreibung sagen, ein spätes Debüt. 58 Lenze zählte Marian Anderson, als sie am 7. Januar 1955 erstmals die Bühne der Metropolitan Opera betrat, um die Ulrica in Verdis «Un ballo in maschera» zu singen, unter der Leitung des genialischen Dimitri Mitropoulos. Doch weniger deswegen war das Publikum in Manhattans Musentempel von den Socken....
JUBILARE
Param Vir kam in Neu-Delhi zur Welt. Im Alter von neun Jahren begann er, Klavierunterricht zu nehmen und begeisterte sich für Musik. Als 14-Jähriger fing er an zu komponieren und lernte den deutschen, damals in
Delhi lebenden Komponisten Hans-Joachim Koellreutter kennen, der ihn in Kontrapunkt und Harmonielehre einführte und mit der Zwölftonmusik bekannt...
