Pralles Leben
Die Oper Zürich war eines ihrer Stammhäuser; 40 Jahre lang war sie hier in zahlreichen Produktionen mit dabei, auch als Anna Bolena. Was Edita Gruberová aus dieser Partie gemacht hat, ist unvergessen – auch wenn ihr Auftritt in der Oper Gaetano Donizettis mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt. Sechs Wochen nach dem Tod der großen Sängerin war der Name Gruberovás an der Zürcher Premiere von «Anna Bolena» in aller Munde. Keine einfachen Ausgangsbedingungen für Diana Damrau, die sich in Zürich außerdem zum ersten Mal der titelgebenden Rolle zugewandt hat.
Bravourös hat sie die Herausforderung gemeistert – indem sie die Aufgabe grundlegend anders anging als die Gruberová. Nicht die auf die Spitze getriebene Kunst, nicht die gläsern zerbrechliche Figur mit ihrem sich ganz im Inneren abspielenden Leiden steht im Zentrum. Bei Diana Damrau, das bewirkt schon ihr breiter zeichnendes, auch in dieser Produktion sorgsam fundiertes und dynamisch weitgefächertes Timbre, ist Anna Bolena eine ganz und gar im Leben stehende Frau von unmittelbarer, sehr direkt wirkender Emotionalität. Nach und nach realisiert sie, wie sie von ihrem Gemahl und dessen Umgebung vorgeführt wird, und bei jedem Schritt in ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Peter Hagmann
«VB 1831 N», so lautet das Kennzeichen eines der vielen Autos, die uns Regisseur Christophe Coppens bei seiner Brüsseler Inszenierung von Vincenzo Bellinis «Norma» auf der Bühne präsentiert: die Initialen des Komponisten, das Entstehungsjahr der Oper und das ergänzende Norma-«N». Einer von mehreren lauen Gags. Dass es sich um ein Meisterwerk handelt: Das wird an...
Frau Dreisig, ich nehme unser Interview mit meinem Smartphone auf. Ist das in Ordnung für Sie?
Natürlich. Ich lege mein Handy bei den Proben immer in den Zuschauerraum.
Um dann mit dem Mitschnitt nachzuarbeiten?
Genau. Nach der Probe höre ich alles an. Und dann weiß ich genau, wo ich bei der Intonation aufpassen muss oder wo ich zu kräftig war.
Sie haben...
63. JAHRGANG, NR 02
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