Präzision und Leidenschaft
Vorbei sind die Zeiten, in denen einst klingende Namen wie Antonio Caldara und Leonardo Vinci allenfalls einigen Spezialisten oder besonders leidenschaftlichen Liebhabern der Barockoper vertraut waren. Vor einigen Jahren hat etwa Philippe Jaroussky mit seinem Album «Caldara in Vienna» nachdrücklich auf den großen Wiener Hofkomponisten des frühen 18. Jahrhunderts aufmerksam gemacht, auch an der begeistert aufgenommenen Wiederentdeckung der Oper «Artaserse» von Caldaras Zeitgenossen Vinci war er beteiligt (siehe OW 12/2012 und 5/2014).
Dass Caldara zu den Großen seiner Zeit gehört und eine Begegnung mit seiner Musik sich lohnt, macht die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen auf ihrem ersten Soloalbum aufs Schönste deutlich. Zusammen mit der Academia Montis Regalis unter der Leitung von Alessandro De Marchi präsentiert sie einen klug und abwechslungsreich zusammengestellten Querschnitt aus Caldaras Kantaten- und Opernschaffen, der einem klingenden Schatzkästchen gleicht. Die exquisite kompositorische Qualität dieser Musik kann sich in diesen Interpretationen ideal entfalten. Johannsen singt mit schlanker, doch klangvoller Stimme, ausgeglichen in beinahe jeder Lage (nur in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Thomas Seedorf
Frau Meyer, im Herbst 2015 wird das Haus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Dann gibt es auch einen neuen Generalmusikdirektor – François-Xavier Roth, derzeit noch beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wird Nachfolger von Markus Stenz. Oper war bisher nicht Roths Schwerpunkt. Was haben Sie miteinander vor?
Die Details kann ich natürlich noch nicht...
Rezensieren kann man dieses Buch eigentlich nicht. Es wird von seinem Autor als «Arbeitsbuch», an anderer Stelle als «subjektiv verfasstes Übungsbuch» bezeichnet. Beides trifft zu. Das heißt: Sängerinnen und Sänger sollten dieses Buch nehmen und die darin vorgeschlagenen Übungen ausprobieren – in der Gruppe oder im stillen Kämmerlein. Dann wird man den Wert der...
Emilio Arrieta (1821–1894) wusste, was man als Komponist einer Mäzenin wie Königin Isabella II. schuldet. Die zweite Oper, «La Conquista di Granata» (Die Eroberung von Granada) wurde 1850 am Madrider Hof uraufgeführt – und der in Mailand ausgebildete Navarreser tat darin alles, um die Vorgängerin seiner royalen Gönnerin ins beste Licht zu rücken.
Dass die Oper...
