Präzision und Leidenschaft

Robin Johannsens Debütalbum ist ein Caldara–Schatzkästchen. Filippo Mineccias Vinci-CD macht nicht ganz so viel her

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Vorbei sind die Zeiten, in denen einst klingende Namen wie Antonio Caldara und Leonardo Vinci allenfalls einigen Spezialisten oder besonders leidenschaftlichen Liebhabern der Barockoper vertraut waren. Vor ­einigen Jahren hat etwa Philippe Jaroussky mit seinem Album «Caldara in Vienna» nachdrücklich auf den großen Wiener Hofkomponisten des frühen 18. Jahrhunderts aufmerksam ­gemacht, auch an der begeistert auf­genommenen Wiederentdeckung der Oper «Artaserse» von Caldaras Zeitgenossen Vinci war er beteiligt (siehe OW 12/2012 und 5/2014).



Dass Caldara zu den Großen seiner Zeit gehört und eine Begegnung mit seiner Musik sich lohnt, macht die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen auf ihrem ersten Soloalbum aufs Schönste deutlich. Zusammen mit der Academia Montis Regalis unter der Leitung von Alessandro De Marchi präsentiert sie einen klug und abwechslungsreich zusammengestellten Querschnitt aus Caldaras Kantaten- und Opernschaffen, der einem klingenden Schatzkästchen gleicht. Die exquisite kompositorische Qualität dieser Musik kann sich in diesen Interpretationen ideal entfalten. Johannsen singt mit schlanker, doch klangvoller Stimme, ausgeglichen in beinahe jeder Lage (nur in ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Thomas Seedorf

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