Powerfrau

Die Mezzosopranistin Diana Haller gehört zu den Nachwuchshoffnungen im Belcanto-Fach

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Manchmal sind Frauen die kerligeren Kerle. Als Diana Haller im Januar dieses Jahres erstmals den Ritter Ruggiero mit flaumigem Oberlippenbärtchen in der 15 Jahre alten, aber wunderfrischen «Alcina»-Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito sang, ballte sie die Hände in den Hosentaschen zu Fäusten und spuckte aus vor den ­untreuen Frauen. «Ah! Infedele, infedel! Questo è l’amore?» Das soll Liebe sein? Ha! Oder wie sie mackerhaft breitbeinig vor dem Riesengoldrahmen saß und halb versonnen, halb begehrlich eine Hand auf die Wade der vor ihr hingestreckten Alcina legte.

Hinreißend. Da hatte sich eine Sängerin nicht nur die fulminanten Koloraturen in Händels Seria zu eigen gemacht, sondern beobachtet, kopiert, ausprobiert, wie ein Mann sich gibt, bewegt und posiert. Wozu gibt es Spiegel?

Diana Haller ist seit der Spielzeit 2010/11 im Ensemble der Staatsoper Stuttgart. Sie wirkt wie eine, die alles hundertprozentig angeht, und hat das bei einem Gespräch im Stuttgarter Opernhaus bestätigt: «Man muss an das, was man macht, ­glauben. Auf der Bühne bin ich Ruggiero – in drei Stunden sehen wir uns, dann bin ich wieder Diana Haller.» Konzentriert und gelassen hat die 26-Jährige aus ...

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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 114
von Götz Thieme

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