Opernhaus des Jahres
Gleich im ersten Intendantenjahr hat Barrie Kosky es geschafft, der Komischen Oper Berlin seinen Stempel aufzudrücken: Bunter, hipper, vitaler ging es in der Saison 2012/13 an keinem anderen Opernhaus der Hauptstadt zu. Von Monteverdi bis zu Neuwirth, vom Mozart-Kino bis zur deutsch-türkischen Kinderoper und Operettenrevue. Ein programmatisches Bekenntnis: Am liebsten agiert der unorthodoxe Australier zwischen den Stühlen; ein vom Theater Besessener, der gern auf den Putz haut, große Show und Spektakel liebt und sein Ensemble unter Starkstrom hält, bis die Funken fliegen. Das kommt an.
Die Komische Oper ist «Opernhaus» des Jahres» (zum zweiten Mal nach 2007).
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 4
von
THALIA: Ich habe für dein Theater ein neues Kunstgenre ersonnen – die Operette...
MAEANDROS: Was ist das?
THALIA: Die Operette – das ist so eine Sache in drei Akten, wo die Damen
bei Musikbegleitung ihre Beine und Muskeln sehen lassen.
Aus: Vorspiel zu «Der Göttergatte»
von Viktor Léon und Leo Stein, Musik von Franz Lehár
Wieder einmal soll es nur ein Scheintod...
Herr Kosky, wo haben Sie denn Ihren Hund gelassen? Der ist doch eigentlich immer dabei, wenn Sie nicht gerade in einer Vorstellung sitzen oder eine Premiere haben?
In einer Hundepension in Amsterdam. Ich probe zur Zeit an der Nederlandse Opera Glucks «Armide».
Wie bitte? In einer Pension?
Ja, natürlich. Die gibt es in jeder Großstadt. Wenn ich mit dem Zug unterwegs...
Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison
Christian Gerhaher spricht singend und singt sprechend. Auf der Bühne nimmt er sich selbst gern zurück, scheint sich vollkommen mit Text und Tönen zu identifizieren. Vielleicht ist das der Grund, warum er so überzeugend erzählen, so natürlich bleiben kann. Natürlichkeit war eine Forderung Debussys an den Vortrag – und...
