Positionswechsel
Seit über Kunst nachgedacht wird, also schon sehr lange, treibt die Frage um, was Musik eigentlich sei. Das «Schöne», sein Eigenwert, seine Funktion, in Abgrenzung zum «Hässlichen» – darum kreisen die Debatten. Im deutschen Kulturbereich scheint das Thema nach wie vor blockiert. Idee wie Ideologie der «absoluten» Musik haben diese festgelegt auf die kunstreligiöse Frontalsituation von Kammermusik und Sinfonik: das Publikum als Gemeinde, das Podium als Altar. Entstehung wie Rezeption vieler überragender Werke basierten darauf.
Andere Begriffe und Formen waren mehr oder minder tabu; selbst die Oper galt manchen als stilistisch unrein.
Nur, so «absolut» war Musik kaum. Schwang bei Bach die protestantische Wortwelt mit, so bei Beethoven das Botschaftspathos. Und dass Mozarts Instrumentalwerke ihre latente Bühne enthalten, ist immer wieder erfahrbar. So nimmt die Tanz-Szene im «Don Giovanni» mit ihrer musikalisch-sozialen Simultan-Typen-Trias geradezu ein Schlüsselwerk der Moderne vorweg: Stockhausens «Gruppen» für drei Orchester. Dass die 47. Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik nun mit Stockhausens epochalem «Carré» für vier Chöre und Orchester eröffnet wurden, war ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 90
von Gerhard R. Koch
Der 1770 in Mailand uraufgeführte «Mitridate» galt lange als unausgereiftes Jugendwerk Mozarts. Der 14-Jährige erfüllt die Anforderungen der italienischen Seria und bleibt dabei formal eher schematisch. Er ist aber zugleich seiner Zeit voraus – neben dem glänzenden Instrumentalsatz beweist das vor allem der Reichtum der musikalischen Charakterzeichnung. Dass das...
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
Lokaltermin Buxton: ein Städtchen in der Grafschaft Derbyshire im Nordwesten Englands, historischer Kurort im Stil der bekannteren Bäder Bath oder Cheltenham, mit zahlreichen Häusern aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Rühmt sich überdies seit 1979 eines Musikfestivals – sowie eines stilechten Edwardianischen Opernhauses, das 1903 von dem Theaterarchitekten...
