Plüsch, Opulenz, Fantasy
In der zweiten DVD-Staffel von Aufführungen der Metropolitan Opera greift Sony in den Fundus und präsentiert Produktionen, die teilweise älter aussehen, als ihr Entstehungsdatum vermuten lässt. Das gilt insbesondere für die Inszenierungen von Franco Zeffirelli, dem Verfechter eines traditionellen und kulinarischen Musiktheaters, das hier im Falle von «Otello» und dem veristischen Doppel «Cavalleria/Pagliacci» bereits antiquiert wirkt.
Tatsächlich stammen beide Produktionen noch aus den letzten Jahren der Ära Rudolf Bings, wurden vom Assistenten Fabrizio Melano wohl mehr verwaltet als wirklich aufgefrischt. Es entsteht der Eindruck zwar prominent besetzter, aber nur wenig inspirierter Repertoire-Vorstellungen.
Das Drama «Otello» droht im Prunk der Ausstattung, insbesondere der Kostüme, unterzugehen. Das ist schade, denn mit Jon Vickers, Cornell McNeil und Renata Scotto stand die damals bestmögliche Besetzung zur Verfügung, da alle drei Sänger auch großartige Schauspieler sein konnten. Am besten setzt sich die Scotto gegen den Breitwandstil durch, den auch der junge James Levine am Pult kultiviert. Ihre Desdemona nimmt vom ersten Auftritt an durch einen ungewöhnlichen Reichtum an ...
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