Party bei Macron
Paris zur Weihnachtszeit, das ist ein Wettkampf der ganz besonderen Art. Zwei große Luxuskaufhäuser buhlen um Aufmerksamkeit, indem sie ihre Schaufenster aufwendigst dekorieren. Da klingt und swingt es nonstop, Märchenfiguren springen und tanzen in einem Wald voller Geschenke. Und auch die Kulturinstitutionen geben sich versöhnlich-weihnachtlich: mehr Musical, mehr Nussknacker-Ballett geht kaum.
Die altehrwürdige Opéra Comique, einen Steinwurf von den Grand Boulevards mit ihrem Weihnachtsschaufensterzirkus entfernt, hatte sich diesen Dezember hingegen für Ra -meaus 1739 an der Seine uraufgeführte Ballettoper «Les Fêtes d’Hébé» entschieden.
Hébé, Göttin der Jugend, langweilt sich im Olymp und steigt in irdische Tiefen hinab, wo ihr Dichtkunst, Musik und Tanz allerlei darbieten. Das Stück mischt auf wunderbare Weise Allegorisches mit einem Bündel Liebesverwicklungen, die sich kaum nacherzählen lassen und auch schwierig zu inszenieren sind. Robert Carsen beginnt den Abend mit einer Idee, die völlig naheliegend ist, man muss halt nur drauf kommen. Wir sehen eine Partygesellschaft, der Ort erinnert an – ja, woran? Ah, klar! Da stehen tatsächlich Emmanuel Macron nebst Gattin Brigitte: ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Jörn Florian Fuchs
Es riecht. Mottenkugeln könnten das sein, doch die Nachbarn im Parkett sind’s bestimmt nicht, hier verströmt sich ja teures Parfum. Es muss wohl von vorn kommen: Es muffelt auf der Bühne. Dort, wo alles in heimeliges Sepialicht getaucht ist und eine Szenerie den ästhetischen Rücksturz in Opas Oper feiert. Alles 18. Jahrhundert: die Gehröcke der Herren mit den...
Der Autor blieb anonym. Das aber hinderte Johann Sebastian Bach keineswegs, dessen Verse über einen Sünder, der durch Jesu Trost Fürsprache und Frieden bei Gott findet, für seine Kantate «Allein zu dir, Herr Jesu Christ» zu verwenden, die anno domini 1724, genauer: am 13. Sonntag nach Trinitatis, in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt wurde. Vor allem das dritte...
Cooles Cover: Gnadenlos frontal fixiert Aleksandra Kurzak (sie muss es wohl sein, Vergleiche mit weniger stark bearbeiteten Photos im Booklet des Albums lösen gleichwohl Zweifel aus) den Betrachter, die Augen hinter einer insektenaugengroßen Sonnenbrille verborgen. Lange Ohrgehänge hört man beim Betrachten schon klimpern, die Haare verschwinden unter einem streng...
