Parcours der Höhepunkte
Wenn es eine innere Verwandtschaft zwischen Oper und Kino gibt, so beruht sie nicht zuletzt auf dem Hang zum Exzessiven, Monumentalen. Zu den frühen Großmeistern zeit- und raumsprengender Formate gehörten ja nicht nur Tonschöpfer wie Hector Berlioz (etwa mit «Les Troyens») oder Richard Wagner, sondern auch Filmpioniere wie David W. Griffith («Intolerance») oder Fritz Lang («Die Nibelungen»). Das aufwändigste Projekt der Stummfilmära realisierte der französische Regisseur Abel Gance: «La Roue» («Das Rad»).
Die mit Motiven aus den antiken Ödipus- und Sisyphos-Mythen durchsetzte Familiensaga um einen Eisenbahner (Sisif), der nach einem Unfall ein Waisenmädchen (Norma) aufnimmt, gemeinsam mit seinem Sohn (Elie) aufzieht und schließlich der herangewachsenen Frau verfällt, hatte in der Premierenfassung (1923) eine Laufzeit von achteinhalb Stunden. Als «Musik des Lichts» bezeichnete Gance das in vier Kapitel («époches») gegliederte Opus, ja die Cinematografie überhaupt. Auf die (damals übliche) klangliche Grundierung durch ein Orchester wollte er aber nicht verzichten. Und der von Arthur Honegger und Paul Fosse, dem Kapellmeister des Pariser Uraufführungskinos, aus 117 Nummern montierte ...
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Opernwelt November 2019
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Albrecht Thiemann
An Aufnahmen von Schuberts letztem Liederzyklus «Schwanengesang» herrscht kein Mangel. Wer sich der erdrückenden Konkurrenz stellt, muss etwas Eigenes zu sagen haben. Markus Schäfer, als Tenor im Barockrepertoire erfahren und bereits auf die 60 zugehend, hat es. Was seiner herben, monochromen, vom Timbre her wenig attraktiven und technisch oft unausgeglichenen...
Im Anfang war das Wort: Weil Peter Seiffert erkrankt war, musste ein Einspringer für die männliche Hauptpartie in Richard Wagners «Handlung in drei Aufzügen» annonciert werden. Heiko Börner übernahm, war aber – womöglich durch den Nimbus des berühmten Kollegen eingeschüchtert oder mit der Inszenierung noch nicht vertraut – allzu konzentriert auf das Setzen und...
alpha
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Brahms: Ein Deutsches Requiem
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Mozarts «Requiem» und Schönbergs «Ein Überlebender aus Warschau»
arte
03.11. – 16.50 Uhr
Verdi: Messa da Requiem
Berliner Philharmoniker (2019)
ML: Muti, S: Garanča, Meli, Abdrazakov, Yeo
06.11. – 05.00 Uhr
Werke von Beethoven
Berliner...
