Paralleluniversum, Volkshochschule

Nikolaus Harnoncourts «Zauberflöte» und Sven-Eric Bechtolfs «Ariadne auf Naxos» von den Salzburger Festspielen 2012

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Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die hoch geschätzte Korrespondentin einer großen deutschen Tageszeitung verstehen, die dem Dirigenten «altmeisterlichen Manierismus» vorwarf.

Doch wenn man Harnoncourts Lesart nun auf DVD nachprüft, überzeugt sie in ihrer Radikalität. Der dynamische und agogische Ausnahmezustand, all die Rubati, Fermaten, Generalpausen, die verzögerten Auftakte, die extremen Ritardandi, die plötzlichen Stauchungen putzen die Ohren, lassen das Stück quasi neu entstehen. Mozarts Sonne wirft bei Harnoncourt und seinem Concentus Musicus ganz ungewöhnliche Schatten, man wähnt sich quasi in einem Paralleluniversum.

Die Sängerriege indes ist von unterschiedlicher Qualität, doch dank Harnoncourt darf man hier getrost die Augen schließen und die Fantasie auf die Hörbühne schicken, denn was der Regie (Jens-Daniel Herzog) zum Stück einfiel, diese ...

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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 39
von Gerhard Persché

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