Paralleluniversum, Volkshochschule
Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die hoch geschätzte Korrespondentin einer großen deutschen Tageszeitung verstehen, die dem Dirigenten «altmeisterlichen Manierismus» vorwarf.
Doch wenn man Harnoncourts Lesart nun auf DVD nachprüft, überzeugt sie in ihrer Radikalität. Der dynamische und agogische Ausnahmezustand, all die Rubati, Fermaten, Generalpausen, die verzögerten Auftakte, die extremen Ritardandi, die plötzlichen Stauchungen putzen die Ohren, lassen das Stück quasi neu entstehen. Mozarts Sonne wirft bei Harnoncourt und seinem Concentus Musicus ganz ungewöhnliche Schatten, man wähnt sich quasi in einem Paralleluniversum.
Die Sängerriege indes ist von unterschiedlicher Qualität, doch dank Harnoncourt darf man hier getrost die Augen schließen und die Fantasie auf die Hörbühne schicken, denn was der Regie (Jens-Daniel Herzog) zum Stück einfiel, diese ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 39
von Gerhard Persché
Lokaltermin Buxton: ein Städtchen in der Grafschaft Derbyshire im Nordwesten Englands, historischer Kurort im Stil der bekannteren Bäder Bath oder Cheltenham, mit zahlreichen Häusern aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Rühmt sich überdies seit 1979 eines Musikfestivals – sowie eines stilechten Edwardianischen Opernhauses, das 1903 von dem Theaterarchitekten...
So gehört sich’s. Der Tenor unserer Tage singt nicht mehr aus Notenblättern oder Klavierauszügen, sondern er hat sie in seinem Tablet gespeichert. Er blättert nicht mehr, sondern er klickt. Er braucht sein Gepäck nicht unnötig zu belasten. Wenn er aufs Podium geht, liegt kein Papier auf seinem Notenpult, sondern ein kleiner, flacher Lesebildschirm. Michael Spyres,...
Seit seiner Gründung vor 40 Jahren konzentriert sich das Festival della Valle d’Itria auf die Wiederentdeckung selten gespielter Werke des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Ausgrabung vergessener Barockpartituren – mit besonderem Augenmerk auf apulischen Komponisten wie Leonardo Leo, Tommaso Traetta, Nicola Piccinni, Giovanni Paisiello u. a., die...
