Paare, Passanten
Filmmusik. Taucht dieser Begriff in einem Text über neues Musiktheater auf, verheißt er meist nichts Gutes. Als tönende Kulissenschieberei, schallende Konfektion, Klangware aus zweiter oder dritter Hand ist das Genre in der an Adorno geschulten Kulturkritik verpönt. Unter der Fahne des zur Norm erhobenen autonomen, zweckfrei-experimentellen Kunstwerks schrumpft jeder, der (vermeintlich) kinotauglich tickt, zum Arrangeur effektgeil-instrumenteller Machwerke. Das ist die Grundfigur.
Und sie läuft zwischen den Zeilen noch und fast immer mit, wenn zeitgenössischen Komponisten, die für die Bühne schreiben, das Wort «Filmmusik» nachgerufen wird.
So geschah es auch, nachdem Péter Eötvös an der Staatsoper Hamburg seinen knapp 45 Minuten langen Einakter «Senza Sangue» vorgestellt hatte, erstmals so, wie er von Anfang an gedacht war, als gleichsam aus der Erinnerung glimmender Vorschein von «Herzog Blaubarts Burg», direkt hinüberblendend in dessen hermetisch-rätselhafte Seelendunkelkammer. Ob Eötvös’ Partitur den sensualistischen Sog, die konstruktive Dichte von Bartóks 1918 in Budapest uraufgeführtem Meisterstück erreicht, sei dahingestellt. Doch fraglos schimmert das ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Albrecht Thiemann
Ein Jahrzehnt blieb Fritz Wunderlich für das, was man pauschal eine Karriere nennt. Er setzte an, sie zu einer Weltkarriere zu weiten. Am 8. Oktober 1966 sollte der Tenor an der New Yorker Metropolitan Opera debütieren, als Don Ottavio in Mozarts «Don Giovanni». Wenige Tage vor der Abreise beendete ein grotesker Unfall im Haus eines Freundes im Kraichgau, wo...
ARD alpha
08.01. – 20:15 Uhr
Thomas Hengelbrock dirigiert Brahms und Beethoven
Triumphlied op. 55; SymphonieNr. 5 c-Moll op. 67
15.01. – 11.00 Uhr
Frank Peter Zimmermann
und Alvaro Pierri spielen im Kloster Andechs Werke von Manuel de Falla, Mauro Giuliani und Johann Sebastian Bach
22.01. – 11.00 Uhr
Miroslav Srnka: South Pole
Bayerische Staatsoper
22.01. –...
Als Herbert von Karajan einst in Salzburg «Falstaff» und «Il trovatore» auf die Bühne brachte, warf man ihm vor, gegen den «Geist» der Festspiele zu verstoßen. Tempi passati: Als Anna Netrebko im August an der Salzach für die Titelpartie einer konzertanten Aufführung von Puccinis «Manon Lescaut» auftauchte, wurde auf dem Podium des Großen Festspielhauses ein...
