Orpheus mit E-Gitarre

Eine zeitgenössische «L’Orfeo»-Version in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel

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Grüne Hügel gibt es nicht mehr. Eine Katastrophe, wahrscheinlich ein Atomunfall, hat alles in eine Sandwüste verwandelt. Zwei riesige Erdberge bestimmen die Szenerie. Das lautstarke Geschrammel und Gewimmere einer E-Gitarre zerreißt die Stille. Figuren mit bleichen Gesichtern und schwarz umränderten Augen wühlen sich aus dem Sand heraus. Und die E-Gitarre intoniert Claudio Mon­teverdis «L’Orfeo»-Toccata.

Schon der Beginn macht klar: Dies ist das zentrale Instrument in der «L’Orfeo»-Bearbeitung des Dirigenten Titus Engel und des Komponisten Tobias Schwencke für die Aufführungen in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel.
Alle Musiker sind auf der Bühne pos­tiert und werden zu Mitspielern: das kleine Streicherensemble mit je zwei Violinen und Violen, mit Cello und Kontrabass. Dazu gesellen sich ein ungarisches Cymbalon und ein Rhodes Piano. Engel und Schwen­cke versichern im Programmheft, dass sie keine Note der Monteverdi-Vorlage verändert haben, als sie mit ihrer Bearbeitung nach «heutiger Au­thentizität» suchten.
Schon in den Vorjahren hatten die beiden mit eigenwilligen Fassungen von Webers «Freischütz» und Mozarts «Don Giovanni» begeistert. Und auch mit ihrer «L’Orfeo»-Ver­sion ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 26
von Dagmar Penzlin

Vergriffen
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