Ernst und Unernst
Neben der Semperoper mit ihren verschiedenen Spielstätten besitzt Dresden eine weitere treffliche Opernbühne: das 2005 (wieder-)eröffnete Kleine Haus des Staatsschauspiels. In seinem Verzicht auf Marmor, Pomp und Plüsch sowie in seiner technischen Ausstattung ist das abseits der Touristenströme gelegene Haus ideal für modernes Musiktheater mittlerer Größe – und war nun erstmals Schauplatz einer ambitionierten Uraufführung.
Die «Schlüsseloper» des 62-jährigen Dresdner Komponisten Wilfried Krätzschmar ist zwar ein Auftragswerk zum achthundertjährigen Jubiläum der Stadt, aber in ihrer kritisch gebrochenen Darstellung deutscher Befindlichkeiten vor und nach 1989 ist sie alles andere als ein steifes Repräsentationsstück. Entschiedener als jüngst der preisgekrönte Kino-Hit «Das Leben der Anderen» will das auf einem Libretto des Dresdner Lyrikers Michael Wüstefeld basierende Werk auf einen Abstand zur Realität hinaus, der zur Reflexion einlädt. Aller Ernst wird kontrapunktiert durch burleske und groteske Farben: auf sprachlicher Ebene parodistische Reime; auf musikalischer Seite eine Vielfalt ironisch grundierter Pointierungen, kunstvoll durchsetzt mit Zitaten, Assoziationen und ...
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Zu den wichtigsten Aktivposten der Ära Zehelein an der Stuttgarter Staatsoper gehörte die 1997 institutionalisierte «Junge Oper», deren Absicht es ist, Kinder und Jugendliche spielerisch an das Musiktheater heranzuführen. Albrecht Puhlmann hat die Einrichtung seines Vorgängers übernommen. Barbara Tacchini, die neue Leiterin des kleinen Teams, lässt alles beim...
Wenn in Claudia Doderers Inszenierung von Lortzings Zauberoper «Undine» am Ende die Wassergeister eine Menschenhochzeit stören, dann wanken sie hinter einem durchsichtigen Schleier wie weich umflutete Schlingpflanzen. Da spürt man die Personalunion von Regisseurin und Ausstatterin, die sich nicht nur einen fein von unten schimmernden Boden gebaut hat, sondern auch...
Jeweils zwei Live-Aufnahmen von «Fidelio» und «La Bohème» stellen die West Hill Radio Archives in klanglich überzeugend restaurierten Live-Mitschnitten aus der Metropolitan Opera gegenüber.
Die beiden «Fidelio»-Aufführungen von 1941 und 1951 wurden von Bruno Walter dirigiert, identisch war auch die Besetzung der Leonore mit Kirsten Flagstad. In dem...
