Oper contra Film
Joseph Merrick, den Elefantenmenschen, hat es gegen Ende des 19. Jahrhunderts wirklich gegeben. Er litt an einer genetisch bedingten Nervenkrankheit, die sein Äußeres derartig entstellte, dass er seinen Lebensunterhalt in den seinerzeit sehr populären Freakshows verdienen musste. Mit siebenundzwanzig Jahren ist er, wahrscheinlich aus freien Stücken, gestorben. Seine tragische Geschichte wurde 1980 von David Lynch mit einer hochkarätigen Besetzung (John Hurt, Anthony Hopkins, Sir John Gielgud und Anne Bancroft) erfolgreich verfilmt.
Anderhalb Jahrzehnte später machte sich der französische Komponist Laurent Petit-girard (*1950) an eine Opernversion des Stoffes, die 1999 in Monte-Carlo konzertant und drei Jahre später in Prag (Koproduktion mit Nizza) szenisch uraufgeführt wurde. Naxos hat jetzt die konzertante Fassung auf CD, die szenische unter dem Label Marco Polo auf DVD herausgebracht.
Die Oper lebt nicht, wie man argwöhnen könnte, von den Zinsen des Kinofilms, sondern geht ihre eigenen Wege. Während Lynch sich auf die Aufzeichnungen des Arztes Dr. Treves stützte, legt Eric Nonn dem Libretto Merricks eigene Biografie zugrunde. Das führt zu einem kritischeren Blick auf die ...
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Unter den «Nachtigallen», deren Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende ging, nahm die früh an Leukämie erkrankte Mado Robin (1918-1960) eine Sonderstellung ein, da sie ein ausgesprochenes Stimmphänomen war. Sie soll angeblich das viergestrichene C erreicht haben, auf jeden Fall entfaltete ihre Stimme über dem dreigestrichenen C ihre ganze Eigenart (und das...
Eigentlich ist es immer schade, wenn solch grandiose Musik ungehört bleibt. Wenn der magische Moment zwischen Kerker und dem Schlussakt der Freiheit ohne dieses rhapsodische Phantasiestück, das Ernst Bloch als eine utopische Erinnerung, eine Legende der erfüllten Hoffnung bezeichnete, auskommen muss; wenn Mahlers Eingebung, die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur in...
Nino Rota (1911-1979) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponisten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann großenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Symphonien, Konzerte und Opern...
