Ohne Patina
Zwei große Diven des letzten Jahrhunderts, Grace Bumbry und Gundula Janowitz, haben im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert. Beider Karrieren wurden von Herbert von Karajan nicht unwesentlich gefördert, aber ihre künstlerischen Wege haben sich nur selten gekreuzt, etwa 1963 bei einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie in Bayreuth unter Karl Böhm, deren Mitschnitt unlängst bei Orfeo veröffentlicht wurde. Die Schallplattenindustrie hat sie keineswegs stiefmütterlich behandelt, so dass man sich zu ihren Jubiläen schon etwas Besonderes einfallen lassen musste.
Dies ist in beiden Fällen zu attestieren. Wobei die Bumbry in einer noch frühen Phase ihrer Weltkarriere dokumentiert ist, die Janowitz mit einem Abschiedskonzert.
Grace Bumbry war 28 Jahre alt, als sie bereits in ihrem zweiten Jahr bei den Salzburger Festspielen – parallel zu ihrer Lady Macbeth in der Felsenreitschule – einen eigenen Liederabend mit einem Brahms-Programm gestalten konnte. Auch wenn ihr Name nicht eng mit dem deutschen Kunstlied verbunden ist, so war sie mit dieser Gattung durch ihren Unterricht bei Lotte Lehmann in Santa Barbara doch bestens vertraut. Bumbrys Verständnis der deutschen Sprache ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Ekkehard Pluta
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