Offenbachs «Belle Hélène» in Straßburg

Straßburg, Offenbach: La belle Hélène

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Es gehört zum Wesen guter Operetten, dass sie inhaltlich Gewichtiges ungestraft verlachen. An der elsässischen Opéra national du Rhin hat Regisseurin Mariame Clément diesen Nerv von Offenbachs «La belle Hélène» getroffen, ­indem sie die Handlung vom Mythos der Antike durch einen Mythos unserer Tage ersetzte – das Hollywood der zwanziger Jahre (opulente Ausstattung: Julia Hansen). Die charmante Verharm­losung einer Gegenwart, die sich am besten in der Parodie der Vergangenheit wiedererkennen lässt, ­gelingt rundum.

So wird aus der schönsten Frau des klassischen Altertums «die Göttliche» der Kino­lein­wand: Filmausschnitte mit Greta Garbo und nach­gedrehte Videoprojektionen (fettFilm) ergänzen und ­illustrieren das turbulente Geschehen überaus amüsant. Im Graben trifft Claude Schnitzler am Pult des Orchestre symphonique de Mulhouse die musikalische Parodie ebenso wie jene Passagen, mit denen Offen­bach dem Drame lyrique schon sehr nahe steht. Stépha­nie d’Oustrac singt und spielt die Grande Dame Helena nach allen Regeln der Kunst, Yann Beuron ­bewältigt die heikle Partie des Paris mit beweglichem Mozart-Tenor. Fazit: einer der selten gewordenen Abende, der beweist, dass Operette noch ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Alexander Dick

Vergriffen
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