Offen gestanden...
Frau Mattila, ist es Ihnen während einer «Lohengrin»-Vorstellung schon mal passiert, dass Sie die Elsa mitsingen wollten?
Nein, aber ich genieße die Szenen mit ihr, weil sie sich nun so anders anfühlen! Schöne Erinnerungen steigen da in mir auf. Ich mochte die Elsa sehr gern, als ich sie noch sang – allerdings wollte ich immer Ortrud sein. Ein spannender Charakter, eine faszinierende Frau. Es ist für mich ein natürlicher Weg, zur Ortrud zu kommen. Auch als ich Chrysothemis in Richard Strauss’ «Elektra» war, wollte ich immer Klytämnestra sein.
Und bei meiner ersten Kabanicha in Leoš Janáčeks «Katja Kabanowa» in Berlin fragte mich meine Kollegin, ob ich die Titelrolle vermisse. Ich sagte: «Das ist vorbei, ich habe meine Katja-Zeit genossen.»
Also sind Sie froh, dass Sie endlich richtig böse sein dürfen.
Sagen wir es so: Für mich war es nie ein Problem, in eine Figur zu schlüpfen, die nicht gefällig oder sympathisch ist. Es ist eine Abwechslung nach allen diesen Prinzessinnen.
Christa Ludwig sagte einmal, dass alle Mezzos nach den Diven-Partien der Soprane streben. Gibt es auch die umgekehrte Entwicklung, weil Elsa & Co. zu brav sind?
Früher dachte ich immer, dass Elsa ein bisschen ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel
Zum Ausklang der Saison 2018/19 stand an der Opera di Roma Mozarts «Idomeneo» auf dem Spielplan – zum ersten Mal seit 1983. Beworben wurde die Koproduktion mit Madrid, Kopenhagen und Toronto als provokative Deutung im Sinne tagesaktueller Krisen. Robert Carsens Neuinszenierung löst das durchaus ein – wobei die freundliche Aufnahme durch das römische Publikum...
Mancher Melomane hielt ihm als Schwäche vor, was eigentlich seine Stärke ausmachte: den geradlinigen, natürlichen Klang der Stimme. Peter Schreier war kein Sänger des effekthaltig gestalteten, «gemachten» Ausdrucks. Arabeskem begegnete man bei ihm so wenig wie einem auf Wirkung zielenden Kunstwillen. Zeit seiner sechs Jahrzehnte überspannenden Laufbahn blieb er...
Mit den Clowns kommen die Keulen, drei an der Zahl. Fliegen in die Lüfte, stürzen hinab, springen aber wie von Geisterhand gehoben sogleich wieder in die Luft, unzählige Male, wie ein Perpetuum mobile, das sich dem wiegenden 6/8-Takt der Barcarolle anschmiegt, die so butterweich und süßlich kaum je zuvor durch den Graben gondelte, zwischen h-Moll und D-Dur hin und...
