Offen gestanden...

Nach Jahrzehnten als Lichtgestalt ist sie nun im Fach der bissigen Biester gelandet. Was Karita Mattila nichts auszumachen scheint: Nicht zuletzt ihr Debüt als Ortrud in Wagners «Lohengrin» an der Bayerischen Staatsoper hat das vorgeführt. Die Finnin findet auch für gefallene Typen einen sehr persönlichen Weg

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Frau Mattila, ist es Ihnen während einer «Lohengrin»-Vorstellung schon mal passiert, dass Sie die Elsa mitsingen wollten?
Nein, aber ich genieße die Szenen mit ihr, weil sie sich nun so anders anfühlen! Schöne Erinnerungen steigen da in mir auf. Ich mochte die Elsa sehr gern, als ich sie noch sang – allerdings wollte ich immer Ortrud sein. Ein spannender Charakter, eine faszinierende Frau. Es ist für mich ein natürlicher Weg, zur Ortrud zu kommen. Auch als ich Chrysothemis in Richard Strauss’ «Elektra» war, wollte ich immer Klytämnestra sein.

Und bei meiner ersten Kabanicha in Leoš Janáčeks «Katja Kabanowa» in Berlin fragte mich meine Kollegin, ob ich die Titelrolle vermisse. Ich sagte: «Das ist vorbei, ich habe meine Katja-Zeit genossen.»

Also sind Sie froh, dass Sie endlich richtig böse sein dürfen.
Sagen wir es so: Für mich war es nie ein Problem, in eine Figur zu schlüpfen, die nicht gefällig oder sympathisch ist. Es ist eine Abwechslung nach allen diesen Prinzessinnen.

Christa Ludwig sagte einmal, dass alle Mezzos nach den Diven-Partien der Soprane streben. Gibt es auch die umgekehrte Entwicklung, weil Elsa & Co. zu brav sind?
Früher dachte ich immer, dass Elsa ein bisschen ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel

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