Öde kleine Welt

Freiburg: Ligeti: Le Grand Macabre

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Mescalina ist längst tot. Da schneidet ihr Nekrotzar in Calixto Bieitos blutigem Freiburger «Grand Macabre» noch ein Ohr ab und steckt es in den Mund. Eine fast identische Szene hatte es wenige Wochen zuvor mit anderen Beteiligten in Bieitos Basler Inszenierung von Janáceks «Aus einem Totenhaus» gegeben. Dort trug der Lageraufseher einen Pelzmantel, den man bereits in der «Lulu» am gleichen Haus gesehen hatte. Auch dort führte der Katalane Regie. Es scheint, als würden Bieito allmählich die Ideen ausgehen – anders kann man die Zweitverwertung szenischer Details wohl kaum deuten.

Aber auch im Großen wiederholt sich der Regisseur. Sein Musiktheater ist eindimensional. Es sucht die menschlichen Abgründe – und verstärkt sie. Dabei zoomt es unappetitliche Details so nah heran, dass man irgendwann den Geschmack am Ganzen verliert. Nichts wird angedeutet – alles ist möglichst grell ausgemalt. Eigentlich ist es eine kleine Welt, die der Regisseur auf die Bühne bringt.

Der Abend in Freiburg beginnt stark. Überall hängen Holzkreuze auf der in grünes Licht getauchten, nebligen Bühne von Rebecca Ringst. Eine Rampe windet sich in den Theaterhimmel – Pieter Brueghels Gemälde «Der Turmbau zu ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Georg Rudiger

Vergriffen
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Es las sich wie eine Verheißung: «Lucia di Lammermoor» ungekürzt, mit neu durchdachten Verzierungen; die Wahnsinnsszene nicht wie üblich als Duett zwischen Flöte und Sopran, sondern mit Glasharmonika (wie von Donizetti vorgesehen). Dazu eine Begegnung der überfälligen Art: Belcanto meets Regie. Und Ensemblegeist. Kein Bahnhof herumreisender Kehlkopfakrobaten, keine...

TV-Klassiktipps

ARTE
1.3. – 6.00 Uhr
30 Jahre Ensemble Intercontemporain.
Konzert in der Pariser Cité de la Musique 2007. Musikalische Leitung: Susanna Mälkki, Peter Eötvös, Pierre Boulez. Werke von Ligeti und Boulez.

1.3. – 20.20 Uhr
7.3. – 6.00 Uhr
15.3. – 11.25 Uhr
Die Kunst des Frédéric Chopin.
Dokumentation von Gérard Caillat.

1.3. – 21.10 Uhr
Galakonzert aus Warschau.
Live-Übertragung...

Bittersüßer Parmesan

Die Uraufführung von Verdis zweiter Oper «Un giorno di regno» fand am 5. September 1840 an der Mailänder Scala statt. Es war zugleich die letzte Aufführung. Verdi führte den katastrophalen Misserfolg des Stücks teils auf die Musik, teils auf deren Darstellung zurück. Tief enttäuscht, wollte er das Komponieren ganz aufgeben. Zum Glück hat er es sich dann doch anders...